0441.9572022

Unterstützung von Künstler:innen

#TakeHeart: Bereicherung und Inspiration für die Oldenburger Theaterszene

Unser Engagement für Künstler:innen geht weiter!

Im Rahmen der Förderung #TakeHeart unterstützen wir, als theater wrede +, auch dieses Jahr wieder Künstler:innen von Oldenburg aus, die durch die Covid-19 Pandemie existenziell betroffen sind. Bereits 2021 haben wir 12 Künstler:innen mit unserem Know-How bei der Koordination, Vernetzung und Beratung bei ihren künstlerischen Recherchen unterstützt.

Im Rahmen des Förderprogramms #TakeCareResidenzen (bis 2021) und der Fortsetzung #TakeHeart kooperiert das bundesweite Theaternetzwerk flausen+, das wir vor 11 Jahren gegründet haben, mit dem Fonds Darstellende Künste. Die Künstler:innen werden während ihrer künstlerischen Recherche mit 5.000 Euro gefördert. Dabei bietet die Förderung, die Unterstützung durch die Spielstättenpartner:innen und den Freiraum, um ergebnisoffen neue künstlerische Arbeits- und Produktionsweisen auszuloten. Der Fonds Darstellende Künste hat die Förderprogramme im Rahmen des NEUSTART KULTUR-finanzierten Maßnahmenpakets der Bundesregierung für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Mehr dazu findet ihr hier.

+ Insgesamt werden aktuell 418 freischaffende Künstler:innen und Absolvent:innen von flausen+ in Zusammenarbeit mit dem Fonds Darstellende Künste unterstützt. 2021 waren es bereits 350. +

Förderung mit regionalem Bezug

Als Teil des bundesweiten Theaternetzwerks unterstützen wir, vom theater wrede +, in Oldenburg aktuell 17 Künstler:innen, von denen viele regional tätig sind. Auf dieser Seite stellen wir sie vor. Dabei liegt der Fokus auch auf dem regionalen Bezug. Viele der Künstler:innen binden in ihre künstlerische Recherche Oldenburger:innen ein und/oder kommen selbst von hier. Zudem werden die Ergebnisse der künstlerischen Recherchen für neue Spielweisen und Themen genutzt, aus denen sich im weiteren Verlauf Produktionen entwickeln können, die wieder bei uns zu sehen sind und somit die Theaterlandschaft in Oldenburg weiter bereichern. So entstand z.B. die Performance „EINE WÜTENDE FRAU“ von DRANGWERK, die 2021 zum „Int. Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ im theater wrede + gezeigt wurde.


2022

Brit Bartuschka

(Recherchezeitraum: 01.01.-28.02.2022 + 01.04.-31.05.2022)
Thema: Interaktive Theaterformen für Kinder im Vorschul – und Grundschulalter

Brit Bartuschka möchte sich mit dem Thema „Interaktive Theaterformen für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter“ beschäftigen. Sie will recherchieren wie für Kinder im Alter zwischen 3 – 10 Jahren das Thema Mitbestimmung erlebbar gemacht werden kann, durch ausgesuchte Spiele und Texte.

Die freischaffende Schauspielerin, Performerin und Theaterpädagogin studierte an der Folkwang Hochschule und arbeitet in Oldenburg und in umliegenden Städten bei Kultur- und Theatereinrichtungen. Im theater wrede + ist sie vor allem durch Theaterstücke für die Allerkleinsten bekannt.

(Foto: Izabela Mittwollen)


Kristina Feix

(Recherchezeitraum: 15.02.-14.04.2022 und 15.04.-14.06.2022)
Thema:
Wie kann eine Theaterinszenierung zum interaktiven Parcours werden?

Wie kann das Publikum nicht nur Zuschauende des Geschehens sein, sondern sich selbst auf den Weg machen, das Geschehen punktuell zu er/durchleben, zu entdecken, selbst etwas beizuTRAGEN? Mit diesen Fragen wird sich Kristina Feix u.a. bei ihrer künstlerischen Recherche beschäftigen. „In Zeiten des Abstand Haltens sollte Theater mehr berühren und berührt werden. Raum ohne Raum ist eine Versuchsanordnung, sodass Rezipient und Kommunikator gemeinsam das Geschehen gestalten und der Raum zum Weg wird.

Figurenspielerin Kristina Feix arbeitet seit mehr als 20 Jahren überwiegend freischaffend. Ihre bisherigen Tätigkeiten umfassten Engagements am Puppentheater Halle, Staatstheater Meiningen, Theaterhaus Frankfurt am Main u.a. Darüber hinaus übernahm sie Regiearbeiten für das TJG Dresden, theater wrede + und für freischaffende Figurentheater in Deutschland und der Schweiz. Sie ist Mitbegründerin vom Theater Lakritz/ Berlin und dem Kranewit Theater, das sie seit 2013 leitet.


Alessandra Corti

(Recherchezeitraum: 20.02.-19.04.2022)
Thema: Wie kann sich die körperliche Erfahrung des Tanzes in einem Buch widerspiegeln und wie Elemente einer Choreografie zu einem gedruckten Produkt werden?

Alessandra Corti widmet sich seit Jahrzehnten dem Tanz und Choreografien. Mit ihrer Residenz am theater wrede + erweitert sie ihren Kreationsbereich, indem sie recherchiert, wie sich die körperliche Erfahrung des Tanzes in einem Buch widerspiegeln kann und wie Elemente einer Choreografie wie motorische Intelligenz, Bewegung, Musik und Ausstattung zu einem gedruckten Produkt werden können. Sie fragt sich dabei u.a.: Kann man letztendlich ein Buch so gestalten, das es getanzt anstatt gelesen wird?“

Alessandra Corti ist Tänzerin und Choreografin. Ihr Studium in Tanz und Theater absolvierte sie an der Accademia d ́arte drammatica Paolo Grassi in Mailand. Sie arbeitet seit über 15 Jahre ebenso an Staatstheatern, wie u.a. Bremer Theater, Oldenburgisches Staatstheater, Staatstheater Mainz wie in der freien Szene.

(Foto: Andreas J. Etter)


Caro Lutz

(Recherchezeitraum: 01.03. – 30.04.2022)
Thema: Gesellschaftspolitische Aspekte romantischer Beziehungen

Die freie Theatermacherin wird sich innerhalb der Recherche mit den gesellschaftspolitischen Aspekten romantischer Beziehungen auseinandersetzen. Romantische und sexuelle Beziehungen stellen einen scheinbar privaten und unpolitischen Raum dar, der allerdings sozialen Normen, wie heteronormativen und binären Vorstellungen unterliegt, welche unser Verhalten prägen. Während der Residenz möchte sie untersuchen, wie sich diese Vorstellungen in (Liebes-)Beziehungen äußern. Dazu wird gemeinsam mit Menschen in Oldenburg in Messenger-Chat-Gruppen zu unterschiedlichen Beziehungserfahrungen recherchiert.

Caro Lutz studierte Szenische Künste in Hildesheim und ist als freie Theatermacherin sowie in der Festivalproduktion tätig.

 

(Foto: Katie Campbell)


Wiebke Rohloff

(Recherchezeitraum: 01.03.-30.04.2022)
Thema: “Chansons und Tonfilmschlager“ – Wie sieht das Frauenbild im deutschen Kaberett-Lied aus? 

Die freischaffende Schauspielerin möchte sich mit dem Thema “Chansons und Tonfilmschlager“ beschäftigen und dabei das Frauenbild im deutschen Kaberett-Lied näher beleuchten und dazu recherchieren. Dabei wird sie sich u.a. mit diesen Fragen auseinandersetzen: Chansons geben Einblicke in die Verhältnisse der jeweiligen Zeit. Doch inwiefern hat sich das Frauenbild seitdem gewandelt? Sind Chansons eigentlich noch zeitgemäss? Welche Frauentypen werden in den Liedern idealisiert? Welche eher ironisch dargestellt? Was ist das Idealbild einer Frau im Chanson? Und sind Chansons eigentlich zeitlos oder sind sie inzwischen antiquiert?

Nachdem Wiebke Rohloff ihr Schauspielstudium absolviert hat, war sie langjähriges Ensemblemitglied am Meckenburgischen Landestheater (später dann am Mecklenburgisches Staatstheater). Seitdem arbeitet sie freischaffend, vor allem in Hamburg, sie ist aber auch deutschlandweit auf versch. Bühnen zu sehen.


Merle Mühlhausen

(Recherchezeitraum: 01.04.-31.05.2022)
Thema: „Nicht alle Wege führen ins theater wrede +“- Die performative Praxis des Wandelns im Umkreis des Theaters

Unter dem Thema „Nicht alle Wege führen ins theater wrede +“ (AT) untersucht Merle Mühlhausen die performative Praxis des Wandelns im Umkreis des Theaters einer Stadt. Das Rechercheprojekt sucht die ästhetische Dimension der Fortbewegung und kartografiert die magnetische Anziehung und Abstoßung eines Knotenpunktes der Kultur. Dabei untersucht sie die Bewegung von Oldenburger:innen rund um das Theater, skizziert Routen und analysiert räumliche und soziale Sackgassen. Für ihre Recherche sucht sie Menschen, die Lust haben sich im April/Mai mit ihr auszutauschen. Interessierte können sich unter hyperdeel@web.de anmelden.

Merle Mühlhausen studierte Inszenierung der Künste und Medien in Hildesheim und arbeitet als freie Theatermacherin. Sie ist Mitglied der GEHEIMEN DRAMATURGISCHEN GESELLSCHAFT, die u. a. an der Ästhetik von Gesprächssituationen forscht und Teil des Kollektivs Team Z, das sich mit dem Bandengründen, Geschlechterbildern und schlechten Zeiten auseinandersetzt.

(Foto: Nicole Siemers)


Ramona Krohn

(Recherchezeitraum: 01.04.-31.05.2022)
Thema: Konzepte für ein Kinder-Experimentierparcourstheater, das Umwelt und Staunen verbindet und große und kleine „ins Gesicht geschriebene“ Emotionen erlebbar macht

Die Sichtbarkeit von Emotionen ist in menschlichen Gesichtern derzeit durch Masken verdeckt. Kinder, die ihre ersten Lebensjahre eine Welt voller Mund-Nasen-Schutzmasken erleben, mögen verdeckte Gesichter jenseits der eigenen Familie und Kindergartenkohorte als „normal“ empfinden. Umso befremdlicher wird es für sie sein, wenn sie dem vollen Mimik-Repertoire des menschlichen Daseins ausgesetzt sind. Ramona Krohn möchte Möglichkeiten entwickeln, Kleinkinder gemeinsam und im Dialog mit Künstler:innen in geschützten Rahmen mit MINT-Themen (Phänomenen aus der Wunderwelt der Natur und Technik) Emotionen erleben zu lassen, deshalb sucht sie nach Konzepten für ein (rollendes) Kinder-Experimentierparcourstheater außer Haus, die Umwelt und Staunen verbinden und die große und kleine „ins Gesicht geschriebene“ Emotionen erlebbar machen.

Die Schauspielerin und Theaterpädagogin kann auf diverse Engagements und theater(pädagogische) Aufträge zurückblicken u.a. bei der Theatercompagnie „Das Letzte Kleinord“ in Bremerhaven oder am Theater am Olgaeck in Stuttgart. Daneben realisierte sie 2019/2020 zusammen mit ihrem Mann Marcel Krohn die Neugründung und Durchführung der „Residenzfestspiele“ Eichstätt mit sechs Eigenproduktionen (2019) und vier Corona-Mini-Formaten (2020).

(Foto: Dirk Ballerstädt)


Lena Düspohl

(Recherchezeitraum: 01.04.-31.05.2022)
Thema: Das Zusammensitzen mit dem Schwerpunkt auf Sitzmöbeln und deren Konstellation im Raum

Mit jedem „Zusammensitzen“ (AT) entsteht eine Gemeinschaft, die sich mit jedem Aufstehen verändert oder auflöst. In ihrer Recherche untersucht Lena Düspohl das Zusammensitzen mit dem Schwerpunkt auf Sitzmöbeln und deren Konstellation im Raum. Sie möchte herausfinden, ob sich spontane Gesprächsbegegnungen, wie die in einer Bar oder an einer Bushaltestelle durch ein gemeinsames Projekt künstlich herstellen lassen. Gemeinsam mit Oldenburger:innen wird sie u.a. Sitzmöbel bauen und Gespräche zusammensetzen. Sie beschäftigt sich u.a. mit dieser Frage: Welche Gemeinschaften können beim gemeinsamen Konstruieren von Sitzmöglichkeiten gegründet werden? Für ihr Vorhaben im April/Mai sucht sie Menschen, die regelmäßig zusammensitzen oder das gerne anfangen möchten, z.B. bei einem Stammtisch, an einer Bushaltestelle oder im Café. Wer Interesse hat, kann sich an zusammensitzen@posteo.de wenden.

Lena Düspohl schafft Begegnungen im Kontext der performativen Kunst und Theaterpädagogik. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (Theater/Medien) in Hildesheim. Seit 2016 ist sie Teil des wirbeide Künstlerinnenkollektivs, mit dem sie 2021 im Rahmen einer Schulprojektwoche die „Agentur für kunstvoll schlechtes Verstecken“ gründete.

(Foto: Kaja Krebs)


Karl-Heinz Stenz

(Recherchezeitraum: 1.04.-31.05. und 1.06.-31.07.22)
Thema: Wie kann mit medientechnisch realisiertem Theaterchor und chorischem Theater auf aktuelle gesellschaftliche Tendenzen reagiert werden?

Wissen, als ein gerechtfertigtes Für-Wahr-Halten, ist Gegenstand gesellschaftspolitischer Aushandlungsprozesse, geprägt von Machtverhältnissen. Dagegen richteten sich vielfältige gesellschaftliche wie künstlerische Bemühungen, stets mit dem Bestreben nach gleichberechtigter Teilhabe am Diskurs. Neuerdings scheinen laut dem Künstler, Karl-Heinz Stenz, vermeintlich ungehörte Stimmen häufig statt Teilnahme zu beanspruchen, den Diskurs selbst außer Kraft setzen zu wollen. Der Medienkünstler möchte erforschen, wie mit medientechnisch realisiertem Theaterchor (u.a. AV-Medien als Chor, Publikum als Chor) und chorischem Theater (medientechnische Vervielfäligung von realen Bühnenakteuren) auf gesellschaftliche Tendenzen reagiert werden kann.

Der Medienkünstler Karl-Heinz Stenz ist seit 20 Jahren im Theater tätig und wirkt zudem als Theaterschaffender und Performer. Zahlreiche ortspezifische Performances, Medieninstallationen und Gastengagements führten ihn u.a. an die Hamburgische Staatsoper und das Oldenburgische Staaatstheater.  Im theater wrede+ entwickelt und gestaltet er maßgeblich medial-interaktive Theaterproduktionen im Abendbereich. 2021 realisierte er mit „Mond. Eine Reise durch die Nacht“ erstmals ein mediales Theater für alle ab einem Jahr.


Gudrun H. E. Lelek

(Recherchezeitraum: 01.01.-28.02.2022 + 01.05.-30.06.2022)
Thema: Vergessene Künstler:innen der Vor-und Zwischenkriegszeit

Die Regisseurin möchte die Förderung nutzen, um zu vergessene Künstler:innen der Vor-und Zwischenkriegszeit künstlerisch zu recherchieren. „Gerade in Zeiten, in denen sich nur wenige jüdische Mitbürger:innen trauen, öffentlich eine Kippa zu tragen, in denen auf jüdische Synagogen geschossen wird, ist es besonders wichtig, sich mit diesen Themen wieder auseinanderzusetzen, aber diesmal aus der anderen, der weiblichen Perspektive.

Gudrun H. E. Lelek tätigte Regiearbeiten u.a. am Staatstheater Kassel, Waldau Theater, Bremen, theater wrede +, Oldenburg, Theater Bremen, Junges Theater Göttingen. Die Künstlerische Leitung der Freilichtspiele Bad Bentheim hatte sie von 2005-2008.


 

Ylva Jangsell

(Recherchezeitraum: 01.05.-30.06. + 01.07.-31.08.2022)
Thema: Diskriminierung des weiblichen Körpers

Wie sieht die ideale Frau von heute aus? Ist das Frauenbild so vielfältig geworden, dass wir uns aussuchen können, wie wir aussehen wollen? Ylva Jangsell befasst sich in ihrer Recherche thematisch mit der Diskriminierung des weiblichen Körpers, und lädt auch andere dazu sich mit ihr über das Thema Körperdiskriminierung auszutauschen. Zudem wird sie nach adäquaten Formaten suchen, mit denen sie pandemisch und zukunftsweisend Menschen ans Theater bindet.

Ylva Jangsell studierte Schauspiel, Tanz, visuelles Theater, Performance und Physical Theatre in England, Dänemark und Schweden. Seit 2000 wohnt sie in Hannover und leitet dort seit 2004 das mobile Kindertheater “Theater Tüte”.  Für ihre Arbeit nutzt sie ihre Wurzeln aus Performance- und Tanz/Bewegungstraditionen und arbeitet in offenen Strukturen mit Abstraktionen und Improvisation. Ihre Theaterform zeichnet aus, dass sie stark mit den Impulsen arbeitet, die von den Zuschauer:innen kommen – egal ob von Erwachsenen oder Kindern ab einem Jahr. 


Irene Ebel

(Recherchezeitraum: 15.05.-14.07.2022)
Thema: Auswirkungen der Distanz und Isolation auf das Körperbild und die Eigenwahrnehmung in Zeiten der Pandemie

Irene Ebel untersucht die Auswirkungen der Distanz und Isolation auf das Körperbild und die Eigenwahrnehmung in Zeiten der Pandemie in verschiedenen Altersgruppen. In einer Workshop-Reihe beschäftigt sie sich mit den Fragen, was brauchen Körper unterschiedlicher Lebensphasen, um sich von der inneren und äußeren Anspannung, Kontrolle und Vorsicht der Distanz wieder zu befreien. Mit Elementen des Tanztheaters, freier Improvisation, Atem- und Entspannungsübungen wird Irene Ebel versuchen, dem Körper zu helfen, sich zu entlasten und zu befreien. Interessierte zwischen 30 und 80 Jahren
können sich unter irene.ebel@gmx.de anmelden.

Die freiberufliche Tänzerin/Choreografin, Tanzpädagogin und Coach studierte Bühnentanz und Tanzpädagogik an der Folkwang Universität Essen. Sie arbeitete u.a. im Folkwang Tanzstudio, als Gasttänzerin bei Pina Bausch und im Norrdans Danscompaniet (Schweden).


 

 

 

 

 

 

 

Nadja Sühnel, Silvan Stephan, Felix Worpenberg

(Recherchezeitraum: 01.06.-31.07.2022)
Thema: u.a. Was macht zugängliche künstlerische Formate aus?

Syndicel – Netzwerken in Oldenburg und umzu: In Kooperation mit dem theater wrede+ knüpft das Syndikat Gefährliche Liebschaften im Rahmen der Residenzförderung Kontakte in Oldenburg und umzu – ob Schützenverein, Strick-Club oder Blaskapelle. Dabei fragen sie sich u.a.: Was macht zugängliche künstlerische Formate aus? Welche kulturellen Praktiken bringen die neuen Kontakte mit? Wie können diese für ein gemeinsames künstlerisches Format adaptiert werden?

Felix Worpenberg, Silvan Stephan und Nadja Sühnel gehören zum 6-köpfigen Kollektiv Syndikat Gefährliche Liebschaften. Das Künstler:innenkollektiv arbeitet zwischen urbanen und ruralen Räumen und möchte seine Präsenz und Netzwerke in Niedersachsen weiter vertiefen, um sich längerfristig in der Region Oldenburg zu etablieren. Das Syndikat liebt es, Menschen und Gemeinschaften aller Art charmant in seine Projekte einzubinden.


 

 

 

 

 

 

Ania Pachura und Esther Kammüller

(Recherchezeitraum: 01.06.-31.07.2022)
Thema: Unterschiedlichen Facetten der Künstlerischen Forschung

In der Residenz von Esther Kammüller und Ania Pachura stellt sich nicht primär die Frage was sie arbeiten wollen, sondern der Fokus liegt darauf, wie sie arbeiten wollen. Ausgehend von den Arbeitsbiographien der Absolventin und der Künstlerin, möchten sie den unterschiedlichen Facetten der Künstlerischen Forschung nachgehen und sie in einem offenen Diskurs erproben.

Esther Kammüller ist überwiegend als Theaterpädagogin und Performerin in der Freien Szene tätig und arbeitete in diversen Produktionen und Projekten u.a. in Coburg, Berlin, Naumburg und Leipzig. In eigenen Arbeiten beschäftigt sie sich unterer anderem mit dem „Theater der Unterdrückten“.

Ania Pachura ist eine deutsch-polnische Dramaturgin und Filmemacherin, die Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und Queerfeministische Theorie an der Stockholms Universitetet studierte. Für den Dokumentarfilm WHEN WE BLEED“ erhielt sie den Innover Price beim Inedit Festival und den Sonderpreis der Jury auf der Visionale.

(Foto Ania Pachura von Marlen Stahlhut)


2021

Lisa Sophie Kusz und Elisabeth Pleß von DRANGWERK

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schauspielerinnen und Kolleginnen Elisabeth Pleß und Lisa Sophie Kusz möchten einen Inszenierungs- und Spielstil (er)finden, der auf Freiheit basiert. Ihr Fokus liegt dabei auf feministischen Texten und Thesen. Ihre bisherigen Stücke sind kaum spielbar – meist zu nah, zu interaktiv. Zeit um Basics zu reflektieren, finden die beiden Frauen: Wie definiert sich der Begriff Freiheit im Jetzt und was bedeutet das für ihr Theaterspiel? In zwei Arbeitsmonaten möchten sie empowernde und wütende Texte von Autorinnen über Freiheit und Gleichheit aus verschiedenen Zeiten durchforsten, hinterfragen und mit aktuellen und eigenen Texten kreuzen, um daraus eine eigene neue Theatersprache zu entwickeln, die dem heutigen Feminismus gerecht wird – in all seiner Stärke, Wut, Unabhängigkeit, Verletzbarkeit und seinem Lebenshunger.

Die Schauspielerinnen Elisabeth Pleß (Mitgründerin DRANGWERK) und Lisa Sophie gehören beide zum Ensemble und Label für Darstellende und Bildende Kunst DRANGWERK Köln. Hier werden interdisziplinäre Performances und Bühnenproduktionen an wechselnden Spielorten und Theatern realisiert. Beide verfügen über jahrelange Erfahrungen auf nationalen und internationalen Bühnen von verschiedenen Spielstätten. 

 


 

Veit Sprenger

Wie wird Theater erlebbar im Lock-Down? Wie lässt sich aus Trennungserfahrungen ein Gemeinschaftserlebnis erzeugen? Welche Alternativen zu Streamingangeboten, bei denen die Theateratmosphäre kaum vermittelt wird, gibt es? Wie kann die Abwesenheit von Theater theatral erlebbar werden? Veit Sprenger, Theatermacher und Mentor von flausen+, setzt auf ein bekanntes, reduzierendes Format, das Comic. Den Austausch zur Forschung wird er mit diversen Künstler:innen ausschließlich über den Post- und Briefweg führen. Die Missverständnisse, die durch diese Art der Kommunikation entstehen, werden Teil der Erzählung, ebenso das Warten.

Veit Sprenger ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Showcase Beat Le Mot, mit der er seit 1998 Theaterstücke, Performances, Kunstaktionen und Musikvideos produziert. Seit 2018 arbeitet er zusammen mit dem Komponisten Thies Mynther unter dem Label This Machine Kills Musiktheaterstücke. Bei dem Stipendienprogramm flausen+, initiiert durch das theater wrede +, ist er seit sechs Jahren regelmäßig als Mentor tätig.

(Foto: Yvonne Salzmann)


Gudrun H.E.Lelek

Wie sieht das Frauenbild in Märchen und Fabeln aus? Welche Auswirkungen hat das auf heutige weibliche Rollen? Im Rahmen ihrer Arbeit als Regisseurin stellt Gudrun H.E.Lelek immer wieder fest, wie oft sich in den Bühnenstoffen Querverweise und Allegorien zum Märchen zeigen. Dabei bietet dieses Genre Einblicke in die sozialen Verhältnisse der jeweiligen Zeit und bildet gleichzeitig auch psychologische Grundlage familiärer und gesellschaftlicher Strukturen. Insbesondere im Frauenbild, das sich beispielsweise in: Frau Holle; Aschenputtel; Das hässliche Entlein oder Die sieben Schwäne; etc zeigt. Noch immer, trotz moderner Adaptionen in Film und Fernsehen, bleiben die Attribute: fleißig, schön und aufopferungsvoll, mit wenigen Ausnahmen, weiblich. Mit den möglichen Auswirkungen dieses Frauenbilds beschäftigt sie sich in ihrer zweimonatigen Forschungsarbeit.

Gudrun H. E. Lelek tätigte Regiearbeiten u.a. am Staatstheater Kassel, Waldau Theater, Bremen, theater wrede +, Oldenburg, Theater Bremen, Junges Theater Göttingen. Die Künstlerische Leitung der Freilichtspiele Bad Bentheim hatte sie von 2005-2008.

 


 

Brit Bartuschka

Wie erklärt man Kindern ab drei Jahren Wasserknappheit und Klimawandel und bringt sie zum Handeln? Brit Bartuschka möchte den bewussten Umgang mit Ressourcen thematisieren, damit auch jüngere Kinder ein Bewusstsein für das Handeln bekommen und in eine spannende Geschichte verpacken. Im Rahmen des Stipendiums möchte sie erforschen, wie diese Themen bereits in Kinderbüchern aufbereitet wurden und daraus eigene Texte entwickeln.

Die freischaffende Schauspielerin und Performerin Brit Bartuschka studierte an der Folkwang Hochschule in Essen und arbeitet in Oldenburg und in umliegenden Städten bei verschiedenen Kultur- und Theatereinrichtungen. Im theater wrede + ist sie vor allem durch Theaterstücke für die Allerkleinsten bekannt, wie „Die zweite Prinzessin“ oder „Sonne, Wolke, Meer … Bär“.

(Foto: Izabela Mittwollen)

 


Felix Worpenberg und Silvan Stephan

Das theater wrede+ denkt sein Abendprogramm neu. Dabei spielen Freie Theatergruppen aus Niedersachsen eine zentrale Rolle: Wie können durch Gastspiele innovativer, junger Theatermacher:innen spannende Begegnungen mit dem Publikum in Oldenburg geschaffen werden? Silvan Stephan und Felix Worpenberg gehören zu zwei solcher Freien Gruppen: Dem „Syndikat Gefährliche Liebschaften“ aus Quakenbrück und „DIE SOZIALE FIKTION“ aus Hildesheim. Neben tourbaren Bühnenstücken arbeiten sie an site-specific-Formaten und unkonventionellen Events. Letztere entstehen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum, wie zum Beispiel „Goodbye Norm“ oder die „Tour de Quakenbrück“. Gemeinsam erforschen sie in ihrer TakeCare Residenz, wie eine abwechslungsreiche Programmreihe gestaltet sein kann, die dieses Freie Theater nach Oldenburg holt.

Freier Produktionsleiter und Theatermacher Felix Worpenberg ist Teil des Freien Theaters DIE SOZIALE FIKTION, das vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Sachsen aktiv ist. Silvan Stephan arbeitet als Regisseur, Dramaturg und Videokünstler für unterschiedliche Auftraggeber in Deutschland und der Schweiz und begeistert sich neben Bühneninszenierungen vor allem für transdisziplinäre und ortsspezifische Theater- und Kulturformate und die Arbeit mit Menschen ohne Theatererfahrung.

 


Kristina Feix

Stillstand und gleichzeitig rasendes Tempo – Corona hat uns aus der Zeit fallen lassen. Was macht diese Zeitverschiebung mit einer Gesellschaft, mit einem ganz persönlich, was macht es mit der Kunst? Was macht die Kunst mit ihr? Wie kann man mit einer Kunstform in Dialog treten und gleichzeitig Abstand wahren? Mit den Antworten dieser Fragen beschäftigt sich Schauspielerin Kristina Feix im Rahmen ihres Stipendiums. Sie möchte neue Darstellungskonzepte erforschen, die trotz Corona-Auflagen neue Qualitäten aufweisen können. Wo ist die Tür nach draußen, die Dialog auf Abstand und Nähe schafft?

Figurenspielerin Kristina Feix arbeitet seit mehr als 20 Jahren überwiegend freischaffend. Ihre bisherigen Tätigkeiten umfassten Engagements am Puppentheater Halle, Staatstheater Meinigen, Theaterhaus Frankfurt am Main u.a. Darüber hinaus übernahm sie Regiearbeiten für das TJG Dresden, Theater Wrede und für freischaffende Figurentheater in Deutschland und der Schweiz. Sie ist Mitbegründerin vom Theater Lakritz/ Berlin und dem Kranewit Theater, das sie seit 2013 leitet.

 


Joachim von der Heiden

Der Wechsel auf die weiterführende Schule stellt Kinder vor viele Aufgaben und Herausforderungen, z.B. das Kennenlernen neuer Freund:innen. Joachim von der Heiden möchte dabei für Orientierung und Überraschung sorgen: Im Rahmen der Forschungsarbeit entwickelt er ein Format, das die Kinder in ihrem Schulalltag begleitet und sie an unüblichen Plätzen und in ungewohnten Zusammenhängen Kunst-Momente erleben lässt. Wie reagieren Schüler:innen wie Lehrer:innen auf Orte, die plötzlich zu Spielräumen für Begegnung werden? Wie kann ein Spiel mit Ordnungen und Regeln aussehen, das zur Reflexion dazu anregt, welche Ordnungen und Regeln wir brauchen, um Orientierung zu erhalten? Wie ist die Begegnung mit Abstand, Wegvorgaben und Maskenpflicht trotzdem möglich? Die Kinder sollen neugierig werden und spielerisch mit künstlerischen Mitteln und ungewöhnlichen Spiel-Raum-Anordnungen in Berührung kommen und interaktiv aufeinander zugehen.

Joachim von der Heiden, Gründer des theater monteure und seit 32 Jahren künstlerischer Leiter, entwickelt zusammen mit Künstler:innen aus verschiedensten Bereichen Eigenproduktionen für junges Publikum, bei denen die Grenzen zwischen Performance, Schauspiel, Tanz- und Musiktheater und Bildender Kunst fließend sind.

 


Ylva Jangsell

Wie kann man sich als Frau auf einem überfüllten Markt, auf dem eine Schauspielerin/Performerin Ü40 selten gebraucht wird, behaupten? Wie kann sich eine alternde Frau trotz des Verfalls ihres Körpers in ihrem Körper wohl fühlen? Wie kann Sie ihren Stolz und ihre Stärke bewahren? Mit diesen Fragen hat sich Ylva Jangsell beschäftigt und ihren eigenen alternden Körper als Ausgangspunkt genutzt. Was können ihr Körper und sie im Bereich Tanz und Bewegung noch künstlerisch leisten? Wie kann man trotz schwindender Muskeln und Gelenkschmerzen weiter tanzen? Können wir dem äußeren Verfall entgegenwirken mit innerer Stärke und positive Gedanken? Oder muss es Botox und Psychopharmaka sein um im hohen Alter in unsere Gesellschaft reinzupassen? Ihre Gedanken setzte sie dabei tänzerisch und performativ um.

Ylva Jangsell ist als freiberufliche Schauspielerin/Performerin und Tänzerin und Ausbilderin unterschiedlicher Theaterformen für Professionelle und Amateure, Erwachsene und Kinder aktiv. Sie leitet seit 2004 das mobile Kindertheater „Theater Tüte“ in Hannover.


 

Karl-Heinz Stenz

Schon Dreijährige unterscheiden selbstbewusst zwischen „im Spiel“ und „in Echt“, und wechseln ungehemmt vom einen zum anderen. Das möchte Karl-Heinz Stenz im Rahmen des Kindertheaters und neuen Medien genauer betrachten und an einem neuen Theaterformat für Kinder forschen. Wie kann diese Selbstreferenzialität in Kindergeschichten umgesetzt werden? Sind es Figuren, die entdecken, dass sie Teil einer erfundenen Geschichte sind oder in eine andere Geschichte hineingeraten sind? Wie können dabei neue Medien kindgerecht eingesetzt werden, sodass sie zu inspirierenden Versatzstücken von Fantasiewelten werden und Kinder zum Mitmachen angeregt werden?


Chang Nai Wen

Wie kann ein entspanntes und achtsames künstlerisches Arbeiten aussehen, weit weg von selbstschädigender und leistungsorientierter Produktionskultur? Die Antworten sucht die Regisseurin Chang Nai Wen im Rahmen ihres Forschungsprojekts “UN-LEARNING”. Sie möchte ihr eigenes künstlerisches Schaffen reflektieren und Faktoren ermitteln, die sie zu dem aktuellen leistungsorientierten und selbstschädigenden Handeln gezwungen haben. Welche Zwänge sind selbst auferlegt und welche sind durch das (Arbeits)umfeld bedingt? Welche Entscheidungsmöglichkeiten hätte sie gehabt, aber nicht wahrgenommen? Im Anschluss möchte sie ein neues ganzheitliches Arbeitsmodell aufstellen und die Möglichkeiten für diese neuen Schöpfungsmodelle mit anderen Künstler:innen diskutieren. Wie kann dieses „New Normal“ aussehen?

Chang Nai Wen arbeitet international als freie Regisseurin u.a. in Berlin, Leipzig, New York, Rom, Syros und demnächst Taipei. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Lincoln Center Theater Directors Lab in New York, Gründungsmitglied des internationalen Regiekollektivs „World Wide Lab“ (WWL) und seit Ende 2015 Vorstandsmitglied vom Landesverband freie darstellende Künste Berlin (LAFT).


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