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flausen+ Stipendienzeit #64 Technoritual

Di 31.05.22 15h00 - 20h00

Seit 11 Jahren vergibt die Jury des bundesweiten Theaternetzwerks flausen+ jährlich mehrere Stipendien an Künstler:innengruppen. Bei bundesweiten Spielstättenpartner:innen können sie, ohne den üblichen Produktionsdruck, für einen Monat szenisch forschen. Dabei binden sie das Publikum im Rahmen der makingOFFs (Abschlussabend) in die Forschung ein und regen zur Diskussion an. Im theater wrede + forschen jedes Jahr 2 Künstler:innengruppen. Vom 31.05. bis zum 28.06. sind das die Künstler:innen des Kollektivs Santix Schwarz.

Das Kollektiv Santix Schwarz ist aus dem Wunsch heraus entstanden, visuelle Kunst, Technologie mit Tanz und Performance zu erforschen und damit zu experimentieren, immer aus einer nicht-kolonialen Perspektive heraus. Eine Brücke zwischen Ritual und Technologie zu schlagen, bedeutet für sie, Zukunftsvisionen zu entwerfen und sie in Beziehung zur Vergangenheit zu setzen. Die Idee ihrer Forschung ist es, die Verbindung von Ritual, Technologie und Performance weiter zu erforschen. Die Künstler:innen wollen einen Raum schaffen, der sowohl physisch als auch virtuell ist. Dafür planen sie, das Theater aus verschiedenen Perspektiven zu kartieren. Von hier aus entdecken sie Formen der Kodierung und Dekodierung, die es ihnen ermöglichen, diese in einen virtuellen Raum zu übertragen und gleichzeitig aktiv und präsent zu sein. Indem sie die Übertragungen von Wissen und Macht in Technologie, Bewegung und Ritual hinterfragen, nutzen sie das Theater auch als Ort der dekolonialen Forschung für eine Neuinterpretation. Es geht um den Aufbau von Effekten und Schichten, die zeigen, wie sich das Virtuelle und das Physische überlagern und den darstellenden Körper beeinflussen. Dabei fragen sie sich u.a., was ist die Verbindung zwischen virtueller und realer Welt, zwischen Vergangenheit und Zukunft, die in die Gegenwart gepresst werden?

Am letzten Stipendientag, am 27.06.22, binden die Künstler:innen das Publikum beim kostenlosen makingOFF-Abend in die Forschung ein. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Anmeldung an info@theaterwrede.de gebeten.

Zu der Stipendien:innengruppe gehören José de Paiva, Kathleen Kunath, Cintia Rangel und Guilherme Morais von dem Kollektiv Santix Schwarz.
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The art collective Santix Schwarz is born from the desire to investigate and experiment with visual arts, technology with dance, and performance, always from a non-colonial perspective. For us, building a bridge between ritual and technology means creating visions of the future and placing them in relation to the past. The idea of the research is to further explore the intricacies of ritual, technology and performance. We want to build a space both physical and virtual. We plan to map the theatre from various perspectives as well as the body. From here, we discover forms of coding and decoding which allow us to transmit to a virtual space while simultaneously being active and present. As we question the transfers of knowledge and power in technology, movement and ritual, we also use the theatre as a place of decolonial research for reimagining. It is about building effects and layers of how the virtual and physical overlap affect the performing body. What is the connection between virtual and reality; the past and future balled into the present?

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