Ab 1998 erfolgten zusammen mit dem Komponisten für neue Musik
Friedemann Schmidt Mechau erste Schritte, den Stellenwert der Musik
speziell im Kinder- und Jugendtheater zu überdenken und durch
eine andere Konzeption zu verändern.
Zum "Auditiven Theater" wurde die Kombination der Medien
Musik und Theater im Sinne von Musik als Soundtrack eines Theaterstückes.
Musik und Theater vermischen sich hier nicht, sondern sie stehen einem
Sujet gegenüber gleichberechtigt nebeneinander, treten simultan
in Erscheinung, bleiben aber als getrennt zu lesende Medien bestehen.
Die Begriffe von Harmonie und Ambivalenz einer so genannten Augen-
und Ohrenbühne, insbesondere die sich daraus ergebende Spannung
wurden in "Medea", "Pompinien" wie "Schattenriss"
mit Erfolg neu ausgelotet.
Mit "Besuch bei Katt und Fredda" ,"Der blaue Stuhl"
sowie "Grenzgänger" begann der Schritt zum "Komponierten
Theater". Die Musik ist nicht nur wesentlicher und eigener
Bestandteil der Inszenierung, sondern das Gesamtprojekt wird einer
theatralen Musikalität untergeordnet. Der Text wird wie eine
Partitur verstanden, auf rhythmische Strukturen hin untersucht und
angelegt, und so selbst zusammen mit Bewegungseinheiten zur Musikkomposition.
Die Seh- und Hörgewohnheiten des Publikums werden durchbrochen,
das Geschehen erschließt sich über eine vorherrschende
musikalisch-sinnliche Struktur.
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