theater wrede

flausen auf facebook

flausen auf instagram

Logbuch #4 – Tag 24

26.07.12/ Ulli

Wetter: warm, aber nicht unangenehm heiß
Arbeitszeit: 9:30-18:15
Eindrücklichster Moment: mehrere, die alle mit großen Höhen zu tun haben
häufigstes Zitat: „Aua!“
Utopie: sieht hübsch aus, sollte am Wochenende gegossen werden

Heute machen wir unsere lange geplante teambildende Maßnahme. Es geht in den Kletterwald nach Hatten. Keiner von uns war je auf so einem Ding und wir mutmaßen im Auto, wie wir uns schlagen werden. Als höhenängstlich entpuppen sich dabei Jo, Kaja und ich. Nachdem wir dann die Ausrüstung angelegt haben und den Probeparcours hinter uns gebracht haben, geht es in die Bäume. Leider ist der Anfängerparcours belegt, weshalb wir mit dem nächst schwierigeren beginnen müssen. Der ist schon ziemlich hoch. Ich bilde die Vorhut und komme zitternd und käsig so ca. 4m über dem Boden auf einer Plattform an. Aber nach zwei weiteren Klettereien fühle ich mich so gesichert ziemlich prima und kriege langsam Spaß an der Sache. Maike geht es ähnlich und wir erfreuen uns am Adrenalinkick. Kaja hat zwar immer noch ziemlich viel Angst aber überspielt dies gekonnt durch übermäßige Heiterkeit. Nur für Franzi und Jo werden leider bereits die ersten zwei Kletterparcours zur „Challenge“, denn ihre Höhenangst lässt sich nicht so einfach überlisten.

Zur Entspannung legen wir erstmal eine Kaffeepause ein und beschließen, dass Kaja, Maike und ich die nächsten Parcours vorklettern und dann Franzi und Jo berichten, ob sie Nerven erfordern oder eher nicht. Kurz darauf wird unser Gepose in den ersten zwei Klettertouren bestraft, denn jetzt wird es richtig hoch und wacklig. Wir hangeln uns in mindestens 6m Höhe durch Seile, springen am Drahtseil in die Tiefe und rodeln zum nächsten Baum und rutschen beinah auf ausgetretenen Autoreifen aus. Die nächste Tour wird nicht viel angenehmer: die Plattformen sind jetzt bestimmt auf zehn Metern Höhe und die Aufgaben um von Baum zu Baum zu kommen werden nicht einfacher. Jetzt wird es auch für uns „challenging“ und dazu ein bisschen schmerzhaft: ich verheddere mich in einem Führungsseil und quetsche mir den Arm und Kaja donnert in voller Fahrt gegen einen (immerhin beschaumstofften) Baum. Wenigstens tragen wir Helme.

Franzi und Jo machen derweil Fotos von uns und wollen den Menschen ausfragen, der die Teambildenden Maßnahmen anleitet, aber der ist ausgerechnet heute nicht da. Auch über die ausliegende Broschüre lässt sich leider nicht viel Genaueres erfahren. Scheinbar besteht das Teamtraining aus völlig konventionellen, ebenerdigen vertrauensbildenden Maßnahmen, garniert mit anschließendem Abseilen.

Nichtsdestotrotz sind wir heute mal an unsere Belastungsgrenzen gegangen, ähnlich – wenn auch humaner – wie die auszubildenden Manager in „Work Hard, Play Hard“. Wir haben aber festgestellt, dass für uns Teamgeist auch darin besteht, Schwächen zuzulassen, anstatt blinden Gehorsam einzufordern. Für uns ist es überhaupt kein Problem, dass Jo und Franzi nach zwei Parcours nicht mehr mitklettern wollen. Im Gegenteil, Maike, Kaja und ich fühlen uns fast ein bisschen schuldig, weil wir so viel Spaß haben.

Zum Beweis an dieser Stelle noch ein Foto:

 

 

 

 

 

 

Und wir als Team:

Zurück im Theater bilden wir zwei AGs: Franzi, Jo und Maike beschäftigen sich mit der Foyergestaltung für das Making Of und sichten Fotos, Brainstormmaterialien etc. und Kaja und ich suchen Fragen für den Einstiegstest. Dabei versuchen wir vor allem die Testsituation „textfreier“ zu gestalten. Wir wühlen uns durch endlose Abhandlungen über IQ-Tests und finden schließlich Frageformen, die anhand von Bildern durchgeführt werden oder wo Muster gelegt oder Reihen wiederholt werden müssen. Bei billigen IQ-Test Trainern stellen wir immer wieder fest, dass deren Fragen extrem mehrdeutig zu beantworten sind. Da wir aber beschlossen haben, die Testsituation zu vereinfachen, in dem wir die Testung vom Computer auswerten lassen (was wir übers Wochenende mit eventueller Hilfe der Herren IT irgendwie basteln werden), kann das natürlich problematisch werden. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Verknüpfung von Fragen und Potential: Welche Potentiale werden durch welche Frageformate abgefragt und welche sind dabei überhaupt für uns, für die Utopiegestaltung spannend?

Weitere Fragen gibt es heute aber leider nicht. Klettern und Sonne haben uns ein wenig wochenendreif gemacht. Wie gut, dass unseres jetzt beginnt. Aber da wir ja quasi nun in den „Endproben“ sind, nimmt jede ein wenig Arbeit mit. Mal sehen, was wir dann am Sonntag schon zusammenbauen können.

Impressum Datenschutzerklärung