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Logbuch #4 – Tag 24

25.07.12 / Johanna

Wetter:                                               Zu sonnig, um sich in der Bühne einzusperren und doch zu warm um den ganzen Tag draußen zu sein
Arbeitszeit:                                       11:00 bis 19:00 Uhr
Stimmung:                                         übermüdet mit einem Schuss Professionalität
Eindrücklichstes Bild:                      Kaja formt sich Knetlippen
persönl. Lieblingswort heute:          BegrüSSung
Utopie:                                               nicht Fisch, nicht Fleisch
Lieblingszitat:                                   „Ich bin hier quasi das Internet!“

Heute wollen wir das Making Of in einer Woche näher in den Fokus nehmen und das drum herum zum Thema machen. Bisher haben wir immer auf eine mögliche Aufführungssituation rekurriert, jetzt soll diese Vision inhaltlich etwas ausgestopft werden. Wir befürchten ein Zeitproblem, weshalb wir unser gesamtes Material noch einmal auf seine Umsetzbarkeit und seine möglichen Einsatzgebiete im Making Of überprüfen. Auch die Frage, was wir unbedingt zeigen wollen, spielt dabei natürlich eine elementare Rolle. Kaja stellt den Antrag, ein Brainstorming zu „Forschung vs. Proben“ in den nächsten Tagen zu machen um auf diese Frage für uns und das Theater Wrede vielleicht eine befriedigende Antwort zu finden. Wir werden es kommenden Montag in Angriff nehmen, auch weil dieses Experiment vor unserem Hintergrund als „Praxis und Theorie durchmischt sich“- Geschulte einen spannenden Stellenwert einnimmt.

Dann gehen wir in die Kitschplanung für das utopische Ende: Seifenblasen – und Flitterkanone, Wunderkerzen, Zuschauerchor, Plattenspieler-Ringelrei der Playmos und Huschipupuh-Licht – für nichts sind wir uns zu schade. Gemeinsam soll dann auch der Utopie-Salat verspeist werden – Theatererfahrung mit allen Sinnen.

Wie viel Arbeit braucht die Utopie? Wieder beweist sich unsere kleine Realübersetzung als eine schöne Analogie auf das Abstraktum. Wie viel gießen ist gesund, wann kann man sich auf das Eigenwachstum der Zöglinge verlassen? Dabei bringt uns dieses Problem auch darauf, wie viel Arbeit wir noch darauf verwenden können eine Vision zu realisieren.

Kaja weiht uns in die Umfragetechnik nach Miranda’s Dream ein: aufgrund der Befragung einiger Zuschauer dürfen Rückschlüsse auf alle Anwesenden im Raum getroffen werden und damit wieder Prognosen für den Verlauf des Abends entwickelt werden.

Danach versuchen wir uns in einem Preenactement des Making of. Wir wollen versuchen, alle Visionen für diesen Abend zusammen zu bringen, uns noch einmal aus einem anderen Blickwinkel anzunähern und eventuell neue Impressionen einsammeln. Gerade was den Ablauf betrifft, können wir dann noch neue Fragen aufwerfen. Wir entdecken eine Idee, Till uns einen „Museumspädagogischen Audioguide“ für das gestaltete Foyer einsprechen zu lassen. Wie wir eine Lecture über Teamzusammensetzungen ausgestalten sollen, ist noch nicht klar, auf jeden Fall soll der Zuschauer die Botschaft bekommen: „Wir haben in unserer Konstellation die Utpoie allein nicht entwickeln können, aber ihr habt nun die Gelegenheit in einer perfekten Konstellation à la Ducktales, Beatles oder A-Team weiter zu kommen.“ Im Zuge dessen sollen auch gemeinsame Schlachtrufe der Teams gemeinsam mit den Performern entwickelt werden.

Nach dem Durchgang stellen wir aber auch überraschend fest, dass wir die Floating-Dramaturgie zwischendurch verloren haben. Und die zeitliche Prognose – obwohl optimistisch geschätzt – suggeriert uns einen abendfüllendes Programm.

-Würde ein Ergotherapeut meinen Job in dieser Performance besser machen?
-Warum floatet nichts mehr?

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