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Logbuch #30 Woche 3

Woche  03.
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Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

Die dunklen Deutschen

-ausführliche Recherche zu Schwarzen Deutschen Musiker_innen und Medienpräsenzen in Deutschland zwischen 1950 und 2005

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DSC_0613Prinzipien die sich dabei herauskristalisieren:
–  Schwarze Körper als Symbol für weiße Bewegungsfreiheit

–   Häufig dienen bei den Musikprojekten Schwarze Performer_innen als äußere Hülle und weiße männliche Produzenten oder DJ’s als Komponisten, Drahtzieher und Profiteure.

(Das Prinzip Frank Farian).

– Die Vermarktung zielte dabei auf die Präsentation einer irgendwie gearteten Exotik aus der Ferne (Karibik, Afrika & USA) oder einer diffusen Internatonalität.

– Die Rezipient_innen können durch die schwarzen Performer_innenkörper in einer kolonialen Fantasie über den eigenen Platz an der Sonne schwelgen und befriedigte eine Exotalgie.DSC_0614

– Das zu Grunde liegende Tonmaterial ist meist aus dem Schlagerkontext.

– „Being black, singing in German bands, making german music doesn’t posite you as german, but provides a template/blueprint for white german ideas of liberty, freedom and german citizenship“

– DDR/Schwarze Köper: Damiani J. Partridge: „Hypersexuality and Headscarves: Race, Sex and Citizenship in the New Germany“: „(…)Her body (complexion) became the physical marker through which some people imagined that they could tracel in fantasy, if not reality, to the US Eastcoast. (…) Eastgermans could travel, „experience“ eroticism, exoticism through black bodies. The black body is providing access to illicit media.“

– historischer Film (1971)über sog. Besetzungskinder:DSC_0615
„Halb und Halb“ von George T. Paruvani

– Versuch eine (fiktive) Schwarze Deutsche Musikgeschichte und Szene zu konstruieren

(Schwarze Deutsche Welle)

Schwarze Geschichte in Deutschland kann sich nicht auf eine vereinigende geschichtliche Narratin wie z.B. Skaverei oder Kolonialismus beziehen, da die Anwesenheit Schwarzer Mensche in  Deutschland auf sehr heterogene geschichtliche Zusammenhänge zurück geht. Dazu kommt, dass Deutschland seine koloniale Vergangheit und auch seinen Status als Einwanderungsland weitestgehend leugnet. Eine „Schwarze Deutsche Welle“ zu konstruieren als Versuch der Manifestation einer Schwarzen Deutschen (Kultur)geschichte.

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DSC_0625Fragen:

– Was für ein Erbe treten Schwarze Deutsche Künstler_innen heute an?

– Welche Bilder und Inszenierungsprinzien kennt diese Generation Schwarzer Deutscher von anderen Schwarzen Deutschen aus der Vergangenheit?

– Und warum waren Arabella, Naddel oder Mola Adebisi niemals Vorbilder für uns?

– Ist Frank Farian der Godfather of Black German Music? (siehe Geschäftskonstruktion bei Boney M., Milli Vanilli und vielen anderen/ Dokumentation über Milli Vanilli „From Fame to Shame“)

– Wie können wir die Medien-Repräsentationen Schwarzer Deutscher in den letzten 70 Jahren als Werke verstehen, auf die wir uns in unserer künstlerischen Praxis beziehen? In was für einer Traditionslinie stehen wir?

– Was sind Fomate, in denen so etwas wie Musik- und Mediengeschichte dokumentiert und kanonisiert wird? Müssen wir neue Formate erfinden?

– Müssen wir um als Schwarze Deutsche Künstler_innen sichtbar zu werden Entertainment, Pop oder Mätressinnentum betreiben?

 

 

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