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Logbuch #29 Woche 2

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  02.
(26.7. – 02.08.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

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Arbeitstische

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Bühnenraum und Material prägen die 2. Woche

  • Am Ende unserer ersten Arbeitsphase entscheiden wir, uns für einen Tag lang aufzuteilen: Frauke und Susanne arbeiten an Auswertungen, Fragestellungen und der Dokumentation, Eyk und Thomas versuchen verschiedene technische Ideen zum Thema „Schweben und Schwerelosigkeit“ umzusetzen. Dieser Zwischenstopp erweist sich als sehr sinnvoll, um zu klären, wie wir nach den Tagen, an denen wir uns nicht sehen, weitermachen können und wollen, und welche weiteren Materialien wir benötigen.
  • Aus Hamburg bringen Frauke und Thomas diverse Requisiten, Instrumente (z.B. Didgeridoo, Klangschale, Saxophon) und Materialien (Ballonstoff, Nähmaschine, Windmaschine) mit.
    Mit denen wollen wir in den kommenden Tagen arbeiten. Wir haben große Lust, nach der Konzentration auf Sprache und Zeichnungen in den vergangenen Tagen, uns auf Material zu stürzen, zu nähen und zu bauen.

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  • Unsere drei Orte funktionieren gut: der Gedanken-Ideen-Raum wächst und erweist sich mehr und mehr als eigener Forschungsraum und „Ort des Sortierens“. Und ein neuer wichtiger Ort entwickelt sich: der kreative Pausenraum.

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  • Daneben probieren wir Instrumente aus: Verstärkung der Bässe durch den Subwoofer, Erspüren von Vibrationen an Plexiglas, Folien, Papier, Holz, …

Bisher sind diese aber nicht zufriedenstellend. Die Ergebnisse zu schwach, zu stark an Lautstärke gebunden.

  • Wir haben Besuch von Fraukes Sohn (5 Jahre alt), dem wir vergangene Woche bereits ein Video geschickt hatten. Er darf aber nicht nur zuschauen, sondern in einer kurzen Sequenz mit Eyk gemeinsam agieren. Zum Beispiel wiederholen die Beiden Aufgaben zum Thema „Einsamkeit“, die Eyk und Thomas schon gemeinsam gespielt hatten.

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Praktische Forschung und Fragestellungen

  • Kommunikation: Wie findet die Kommunikation zwischen Thomas und Eyk statt, wenn sie alleine arbeiten?
  • Das Thema „Kommunikation in der Gruppe – wann kommunizieren wir wie miteinander?“ begleitet uns im Prozess des Arbeitens. Die Tatsache, dass wir täglich für eine Stunde nicht sprechen, führt zu unterschiedlichen Reaktionen und Wahrnehmungen: sich für eine Stunde der alltäglichen Situation von Eyk anzunähern, löst unterschiedliche Gefühle und Diskussionen aus… – ein wichtiger Prozess!
  • Wir entwickeln im Experimentieren mit den neuen Materialien neue Fragestellungen, wie z.B.: Welche Faktoren / Mittel müssen gegeben sein, damit Gegenstände schweben? Zu Planeten werden? Erste Ergebnisse erreichen wir mit Drehungen, Langsamkeit, Mimik, Dunkelheit / partieller Beleuchtung usw.
    Es geht dabei letztlich um die Annäherung daran, welche Mittel geeignet sind, um Erzählung (DGS & LS) zu unterstützen.

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  • Im Spiel zwischen Eyk mit Fraukes Sohn (BB) stellen sich folgende Fragen: wie agieren sie miteinander? Worauf reagiert BB? Was sieht er gerne? Was erkennt er? Welche Gegenstände wünscht er sich auf einen Planeten? Wie würde dieser aussehen? Worüber muss er lachen? Was irritiert ihn? Wann verliert er das Interesse/ die Aufmerksamkeit?
  • Daraus folgt schlussendlich: Welche Geschichten wollen wir erzählen? In welcher Erzählform? Wann ist genug gesprochen / gebärdet? Wann sprechen die Bilder / die Ästhetisierung? Und: Wie schafft man Bilder, die die Basis für alle Zuschauer bilden? Wie schaffen wir es, dass alle vom selben Punkt starten und sich nicht in eigenen Bildern „verirren“? à Bilder bergen die Gefahr in sich, sich schneller zu verwirren… wie sorgen wir dafür, dass alle die wichtigsten Informationen erhalten, um den Kontext nicht zu verlieren?
  • In Bezug auf DGS beschäftigen wir uns mit Fragen, wie: Wie können wir mit „Spezialgebärden“ (BUFF – VERPASSEN – NOCHMAL = selbe Handform) experimentieren? Welche Bilder entstehen dabei?
  • Wir entdecken ein Arbeitsprinzip für uns: ausgehend von Zeichnungen ist das Ziel, diese durch Verbildlichung im Raum zu konkretisieren und lebendig werden zu lassen. DGS und Lautsprache bilden einen erzählenden Rahmen.
  • In den weiteren Tagen gehen wir nach ausgiebigem Nähen und Bauen in konkrete Spielversuche. Zunächst nutzen Eyk und Thomas den gesamten Raum, der gefüllt ist mit verschiedenen Bühnenelementen, Konstruktionen und technischen Einrichtungen… was aber schnell klar macht: es ist zu viel und zu eng. Wir entscheiden uns, zunächst nur mit den Plexiglasscheiben zu probieren. Dazu drei Beispiele:

Versuch 1: „Start im Raumschiff“ – Raumanzug anziehen, ins Raumschiff einsteigen, zu den Planeten reisen à wie ist die ästhetische Umsetzung? Wie werden die Plexiglasscheiben im Spiel genutzt?

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Versuch 2: „Wir sagten Wasser“: Spiel mit und zwischen den Plexiglasscheiben, Zeichnungen: z.B. Comiczeichnung von Schnarchgeräuschen, während Thomas auf dem Boden sitzt und schläft, gemeinsames Zeichnen einer Wasseroberfläche à durch Bewegung der Scheibe wird das Wasser bewegt usw.

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Versuch 3: „Gefühle“: Konzentration auf die mimische Darstellung von Gefühlen: Neugier+Staunen, Freude, Angst+Schock, Traurigkeit, Wut. – Was erzählt das Gesicht?

  • Je länger wir an den verschiedenen Fragestellungen arbeiten, umso mehr wird deutlich, wie genau untersucht werden muss, welche Erzählelemente wie / mit welchen äshetischen Mitteln / in welcher Sprache / allein oder zu zweit usw. dargestellt werden müssen. Diese Erkenntnis weckt wieder die Lust in uns, mit den Sprachen zu experimentieren – wir geben ihr nach und nutzen den letzten Tag dieser Woche dafür. Eyk, Susanne und Thomas entwickeln einen Text in DGS und gesprochener Sprache, der zur Grundlage für verschiedene spielerische Herangehensweisen wird. Und schon allein die Erarbeitung dieses Textes ist ein Experiment für sich: vom Thema zur DGS zum geschriebenen Wort zum poetischen Text zur Gebärdenpoesie.

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Gedankensplitter

  • Es eröffnen sich scheinbar unendlich viele neue Themenfelder, die zu bearbeiten sind. Sich nicht zu verlieren, ist die Devise. „… und dann kam Arbeit, Arbeit, Arbeit. Emotionale Arbeit. 1000 Jahre lang.“
  • Von der Zeichnung in den Raum, in das Bild, in die Gebärde, in das Wort …
  • „Ich fliege zum Planeten DGS!“
  • Und immer wieder Planeten: „verrückter Tannenbaum-Planet“, „Blumenplanet“, „Herzplanet“, „Froschplanet“ … to be continued 😉
  • Es entsteht immer wieder das Bedürfnis, aus der Überfülle an Einfällen und Möglichkeiten durch Reduktion in eine neue Konzentration zu kommen.

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