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Logbuch #28 Woche 1

Woche  01.
(… die Technik bestimmt uns…)


Montag:
Anreise, Treffen Theater Wrede, Übergabe, Treffen Veit Sprenger, Bezug Wohnung
Geschpräch mit Veit über Technik im Allgemeinen:

 

Nachwirkende Stichworte waren:
– Technik wird entwickelt um den Menschen glücklich zu machen/das Leben zu erleichtern. Was wäre eine Maschine zu entwickeln, die glücklich ist.

– Beschleunigung der technischen Evolution vom ersten Werkzeug über Agrarwirtschaft bis hin zur heutigen digital bestimmten Welt. Diese Entwicklung ist einfach so passiert aus einem Komfortgedanken heraus ohne sich jemals weitreichend über die Folgen Gedanken gemacht zu haben (möglich?). Was sind die Konsequenzen aus Feldwirtschaft, Handel, Städtebau…. Internet, künstliche Intelligenzen.

– Neuronale Netze in der Programmierung (selbstlernende Computer):

– Dem Menschen nachempfunden: Der Mensch als Schöpfer nach seinem Ebenbild.

– Gleichzeitig: Gefahr von selbstlernenden/denkenden Computern, welche auf lange Sicht hin den Schöpfer überholen werden.

– Mensch muss neue Kompetenzen entwickeln, seine Kompetenzen verlagern:

– Angst und Vorteil von neuen Technologien. (Bsp. Hat Kontakt zu allen Menschen, auch die man aus räumlicher Distanz nicht sehen würde, trotzdem am Tisch chatten)

– Verkümmerung oder Verlagerung von Kompetenzen?

Literatur:
Stanislaw Lem: „Experimenta Felicitologica“

Videos:

  • Dokumentar-Miniserie von Adam Curtis: „All Watched Over By Machineries Of Loving Grace“
  • Serie: „Real humans“
  • Serie: „Westworld“
  • Serie: „Black mirror“


Dienstag:
Technik Aufbau, Programmierung uns Ansteuerungslösungen, Bau und kleinere Experimente mit Animatronic: Schlangen/Würmern + Problembehebung. Ankunft Sawako.


Mittwoch:
Brainstorming und Diskussion in der Gruppe allgemein über Technik. Mindmaps on Flipchart.

-allgem. Kreisläufe:

-Tod/Wiedergeburt

-Hegel: Geschichte wiederholt sich

-Zeit: Uhr, Tag, Sonnenkreis

-Intelligenz: strange Loops: Ich-sender, Objekt-feedback

-Schlange, die sich in den Schwanz beißt als geschlossener Kreis, =Unendlichkeitssymbol

-Möbiusband=in sich gedrehter Kreis

Weblinks:

https://www.ted.com/talks/ray_kurzweil_on_how_technology_will_transform_us

Zur Info: die Graphen haben alle eine logarithmische y Achse so dass die exponentiellen Kurven linear erscheinen

https://www.ted.com/talks/sam_harris_can_we_build_ai_without_losing_control_over_it


Donnerstag:

Animatronics: Bastian Feigl

Kostümprobe:
Angelehnt an die Animatronic-Tentakeln/Schlangenapps wurde ein Kostüm entwickelt, dass auch aus schlangenartigen Wülsten besteht, die man sich anheften kann, die aber auch als Bühnenbild genutzt werden können:

Assoziationen an die Laokoongruppe und Pieta entstehen:

Generell ästhetische Parallelen mit antiken/manieristischen Marmorskulpturen werden assoziiert:

 

Kostümdesign: Sieglinde Feigl

Detailüberlegungen zu Laokoon:

Laokoon:
Laokoon erkennt was sich unter der Haut des trojanischen Pferdes befindet. Die Gefahr/der Untergang. Ist aber dem Willen der Götter ausgeliefert und kann die Geschichte nicht ändern. Denn bevor er seine Erkenntnis vortragen kann, töten ihn 2 von Apollo gesandte Schlangen, welche aufgerollt für Unendlichkeit stehen

 

Hans Theodor Plüss :
Johann Wolfgang von Goethe in „Über Laokoon“ (1798) setzte Hans Theodor Plüss im Jahre 1884 eine noch heute maßgebliche, ausführliche sprachlich-inhaltliche Erklärung entgegen, ohne dabei Laokoondarstellungen anderer Autoren zu berücksichtigen. Er sah in Vergils Text weder eine Schuld bei Laokoon, noch Erhabenheit in der Darstellung oder eine unverzeihliche Dummheit der Trojaner, sondern eher Besorgnis über den harten Willen der Götter zur Erschreckung des Publikums. Den Zweck sieht er in der einheitlichen Darstellung von Laokoons Schicksal mit dem Ziel der grausamen Durchsetzung des göttlichen Planes, Troja zu zerstören.[29]

-Ohnmacht der Menschen gegenüber Gott=techn. Entwicklung, welche sie selber erschaffen haben.

 


Freitag:
Ausgehend von den Begriffen der Beschleunigung und von dem expotenziellen Wachstum der technischen Entwicklung und der Rolle des Menschen darin (Mensch=Schöpfer u. Opfer) wurde ein Bühnenaufbau entwickelt, indem Licht in einer expotenziellen Beschleunigung um den Tänzer herumwandert. Lichtkreis=Tag und Symbol für Zeit.

Zu den Lichtimpulsen ertönt ein Piepton, welcher sich auch exponentiell beschleunigt.

Idee war hier die Taktung des sich beschleunigenden Lebens, an die sich der Mensch in seiner Choreografie anpasst und diese evtl. nur kurz Hinterfragen kann, da das Tempo zunimmt.

Die Choreografie des Tänzers in diesem Versuchsaufbau greift auch die Spiralform und das Möbiusband auf.

  

Tanz: Luis Hergón

Choreografie: Sawako Nunotani

Bühnenbild/Programmierung: Oliver Feigl

 

Detailüberlegungen zur Spirale:

Beschleunigung, Exponentielle Kurve=Spiralform.

 

vgl. Ted-Talk: Durch die Fähigkeit der Menschheit über Generationen hinweg Wissen weiterzugeben ist techn. Fortschritt immer beschleunigter möglich. Es ist eine exponentielle Entwicklung, welcher Ausgang ungewiss ist, nur die Beschleunigung ist sicher. Eine neue Erfindung löst eine Entwicklung aus, dessen Auswirkungen nicht absehbar sind.

„Raub der Sabinerinnen“ Giambologna: Inbegriff der Spirale in der Skulptur. Durch die Drehung in der Skulptur muss der Betrachter sich in einer Kreisbewegung um sie herum bewegen um sie ganz erfassen zu können

DNA-Strang=spirale

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