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Logbuch #23 Woche 4

­internil

FRONTEN

In den vier Wochen ihrer Forschungsresidenz beschäftigen sich die Mitglieder von internil am Beispiel des Ukrainekonflikts mit den propagandistischen Potentialen unterschiedlicher Erzählformen. Für jeden der vier Arbeitsblöcke berichtet ein anderes Mitglied vom Forschungsprozess. Aber: Nach den vergangenen Logbuch-Versuchen aus jeweils ¼-Perspektive, hat sich die Gruppe ab der dritten Woche für 4/4 Perspektiven entschieden, hoffend, der ganzen Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

4. Block. Woche vom 27. – 30.6.16

Konkrete Arbeit an Erzählformen, Vorbereitung auf Präsentation

27. – 29.
Einarbeiten der Hinweise des Feedbacks von Dienstag: (Reihenfolge wie in Auflistung s. unten)
– C. arbeitet an Verständlichkeit Sprache durch Maske mit Hilfe v. Kollegen und Kolleginnen

– A. arbeitet an Ästhetik des War Games und feilt an Geschichte

– K. integriert Rechercheergebnisse in Science-Slam-Form

– M. arbeitet an Dramaturgie der Geschichte
Feedback hilft.

Präsentation – Vorbereitung mit Suse, letzte Änderungen
Ablauf: Begrüßung im Foyer, Austeilen des Liedtextes ukrainische Nationalhymne, Singen der ukrainischen Nationalhymne, Präsentation einzeln erarbeiteter Erzählformen (Reihenfolge wie in Auflistung s. unten)
Wenig Publikum, das bei Zwischenbesprechungen interessantes Feedback gegeben hat.

Nach der Präsentation
Gemeinsames Erinnern des Feedbacks
4 untersch. Perspektiven werden nach Präsentation beschrieben als stark unterschiedliche Erlebnisse in rationaler und emotionaler Rezeption, Steigerung über den Abend von angenehm/nett zu schlimm/fast nicht zu ertragen

Gemeinsamkeit: Internetrecherche und sich daraus ergebender Umgang mit Information typisch geworden für politisches Verhalten
1. NATO-Märchen: je weiter man sich in Erzählung von Vergangenheit Richtung Gegenwart nähert, desto komplexer erscheinen Zusammenhänge (Historie, die weiter zurückliegt akzeptiert man eher als Märchen – in Gegenwart würde sich möglicherweise eher Widerspruch regen); macht Unterschied, wie alt Publikum ist, wieviel Vorwissen vorhanden ist; Form der Geschichte ist so nett, dass man Leute mit bestimmter Form von Geschichtserzählung verführen kann; Methodik während der Erzählung: erst unbequeme Wahrheiten vorfüttern (Vertrauen aufbauen), um später Fehlwahrheiten einstreuen zu können, denen man nunmehr eher Glauben schenkt

2. biograph. Erzählen: Leute identifizieren sich, weckt Bedürfnis, von eigenen Angsterlebnissen zu berichten; im Propaganda-Zusammenhang: Erzählung des/der Einzelnen ist glaubwürdiger als gut recherchierte Fakten; schwächt Theaterraum Brisanz/Glaubwürdigkeit der Erzählung ab? Eine Reaktion: erst bei Offenbarung eigener Angsterfahrung, kommt Frage auf, ob die vorgestellte Geschichte stimmt.

3. MH17-Vortrag: Infos wurden sich nicht gemerkt, aber: Recherchevorgang gespiegelt (Detailversunkenheit, Überforderung, Suche nach Wahrheit und je näher man glaubt zu kommen, desto weiter entfernt man sich, Steigerung der Versessenheit ins Manische); Publikum integrieren und mit reinziehen in die Suche nach Beweisen für eine oder mehrere Wahrheiten;

4. AZOV-Trailer: bemerkenswert: konträre Reaktionen, sehr lustig bis erschreckend, Angst einflößend (geht wahrscheinlich Hand in Hand); befremdende Verkleidung; bescheidene Haltung im Umgang mit Material spiegelt sich wider in Präsentation, auch in humoristischen Momenten;
Fragen, die sich fürs Weiterarbeiten ergeben:
Wie könnte man die jeweiligen Erzählformen noch steigern? Wie lange ließe sich jede jeweils am Stück durchhalten, ohne das Publikum zu ermüden? Wie ließen sich die die vier Fragmente miteinander verweben? Chronologisch, nacheinander? In verschiedenen „Häppchen“ verknüpft? Oder simultan als stationäre Loops, zwischen dem hin und her gewechselt werden kann? Wie schaffen wir es, uns einen 3-D-Drucker zu kaufen?

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