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#37 Du Dada wen i dodo (AT) Logbuch Woche 3

Christoph betritt die Bühne. Er bleibt stehen, er schaut. Er geht wieder. Ich höre Schritte und wie er irgendetwas sucht. Da ist er wieder. Er steht auf der Bühne. Er steht und schaut. Nun läuft er zur anderen Seite und verlässt die Bühne. Ich höre nichts. Wahrscheinlich wartet er kurz (worauf?). Die Bühne ist leer. Nein, da liegt etwas: Sieht so aus als hätte jemand sein Handy da liegenlassen. Naja. Ich höre wieder Schritte. Christoph betritt die Bühne. Er bleibt nicht stehen sondern rauscht einfach durch. Eilig ist er unterwegs. Jetzt wieder unsichtbar. Ich höre Schritte, dann stehenbleiben, dann Schritte, da ist er wieder. Er bleibt in der Mitte der Bühne stehen und ich denke, er möchte etwas sagen. Er schaut aber nur. Links kommt Verena eilig über die Bühne gelaufen. Sie hat vielleicht drüben etwas vergessen. Sie verschwindet im Off auf der anderen Seite. Christoph setzt sich jetzt im Schneidersitz auf die Bühne. Dann dreht er sich mit dem Rücken zu mir und setzt sich Kopfhörer auf. Das Handy auf der Bühne ist seins, er nimmt es. Ich glaube, er hört jetzt Musik. Ich sehe wie sich seine Finger bewegen. Entweder er spielt unauffällig Luftgitarre oder es ist eine unbewusstes Zucken. Jetzt steht er wieder auf und verlässt die Bühne, kommt aber sofort wieder. Ich bin mir nie ganz sicher ob er etwas vergessen hat oder was eigentlich los ist. Jetzt steht er wieder vor mir und ich denke, er möchte etwas sagen. Tut er aber nicht. Setzt sich wieder auf den Boden. Wendet sich wieder seinem Handy zu, das er in der Hand hält, er trägt auch immer noch die Kopfhörer. Jetzt sieht er mich an mit neutralem Blick. Ich habe das Gefühl, er denkt über irgendetwas nach, sein Blick ist ein bisschen abwesend. Er schaut wieder auf sein Telefon. Nun nimmt er die Kopfhörer ab und legt sie und das Telefon neben sich auf den Boden. Er setzt sich auf seine Knie. Steht wieder auf und geht ab. Ich höre ein starkes Stampfen von hinter der Bühne, als würde jemand ein Insekt zertreten. Jetzt ist es still.

 

Elisa steht am linken Bühnenrand und schaut sich scheinbar die Bühne an. Sie scheint sie mit den Augen zu vermessen, anders kann ich mir den konzentrierten Blick nicht erklären. Ich bin unsicher ob sie weiß, dass ich ihr dabei zuschaue. Jetzt wirft sie doch einen kurzen Blick in den Zuschauerraum und verlässt die Bühne. Sie kommt wieder, in die Mitte der Bühne und schaut mich an. Sie sagt: „Christoph, kommst du mal bitte?“ sie schaut zur Seite und wartet auf Christoph. Niemand kommt. Sie sagt: „Stellst du dich bitte mal hier hin?“. Sie scheint mit Christoph zu sprechen, obwohl er nicht da ist. „Ja genau hier. Ok super.“ Elisa scheint zufrieden zu sein und wendet sich wieder zur Bühnenseite: „Verena, kommst du bitte auch?“ Nichts passiert. „Verena?!“ Niemand kommt. „VErena, hörst du mich?“ Niemand kommt. „Ah ja, da bist du.“ Elisa spricht mit Verena, die ich auf der Bühne nicht sehen kann. „Stellst du dich bitte mal hier hin? Also, so gegenüber von Christoph. Ja, perfekt.“ Elisa korrigiert die beiden unsichtbaren Körper auf der Bühne und sieht sie sich noch einmal von weitem an. „Okay. So können wir es machen.“ Sie wendet sich den beiden unsichtbaren zu und sagt: „Gut, dann würde ich gerne, dass ihr euch jetzt einander zuwendet und euch so richtig gezielt zu nahe tretet. Könnt ihr euch das vorstellen? Okay. Ja. Ich würde dann mal gehen und wir sprechen dann später.“ Elisa verlässt die Bühne und wartet darauf, dass Christoph und Verena sich zu nahe treten.

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