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#34 Render Ghosts – Woche 1

DIENSTAG, 29.5.:

Gespräch mit Winfried
Wir beginnen den Tag und die flausen Residenz mit einem Gespräch mit Winfried über den Flausen-Gedanken und unser Vorhaben. Winfried bestärkt unser Interesse, mit Videotechnik zu arbeiten und erwähnt die verschiedenen Effektgeräte, die uns der Videotechniker vorstellen könnte.

Ankunft im Theater & Einstimmen
Wir nutzen den restlichen Tag dafür, in Gesprächen und selbstständiger Arbeit unsere (individuellen)
Wünsche und Vorstellungen über die kommenden 4 Wochen zu formulieren und auszutauschen:

Allgemein:

  • Auf welche Weisen nutzen wir unsere Biografien als Material? Welche Zugänge zu unserer Biografie lassen sich entwickeln? Was beschäftigt uns gerade?!?
  • Interesse an „Fleißaufgaben“: Beobachtungsprotokolle erstellen etc.
    Inhaltlich:
  • Thematisierung des öffentlichen Raums (bspw. durch PLAZA DANCING?)
  • Vertiefung der Beschäftigung mit dem Topos des NEUEN MENSCHEN

MITTWOCH, 30.05.:

Sammlung: Wie werden wir zu Render Ghosts?
Die Frage beinhaltet eine praktische Dimension: Wie können wir Doubles von uns herstellen, die auf der Bühne als unsere Doppelgänger/Spiegelbilder/Kopien/Gesprächpartnerinnen auftauchen?)
Sie kann aber auch weiter (konzeptioneller) gefasst werden: Was bedeutet es, selbst zu einem Render Ghost zu werden?

Folgende Ansätze sammeln wir, die in der Residenz ausprobierbar erscheinen:
– Bildgebende Verfahren: fotografische Abbildungen, Videos von uns, 3D-Renderings von uns
–> dann als Projektionen (oder als Ausdrucke/Pappfiguren?)
– Gegenüber im Video (live oder vorproduziert) – um in Dialog treten zu können (worüber?)
– Imitation von Render Ghosts Posen/Gesten (im Idealfall von uns selbst), Freezes
– Render Ghost Intervention im öffentlichen Raum: Wir treten als Störung auf einem Platz auf
– 1 Modell-Ensemble mit einer Person nachstellen: RenderGhosts als Dramenregister, verschiedene Typen („Die Sitzende“ …)
– Second Life Plattformen oder Fashion-Doubles als Avatare
– 1 Set an Render People als unsere Avatare kaufen
– Maskottchen
– historische Recherche: Gab es Render Ghosts in früheren Architekturvisualisierungen?

digitales Double / RENDER ME:
Mit Facial Studio entsteht eine erste Kopie von Martens Kopf:

 

DONNERSTAG, 31.05.:

Strategiebesprechung:
Nach zwei Tagen loser Struktur besinnen wir uns auf unser Vorhaben einer festen Tagesstruktur und legen den Ablauf eines Mustertages fest (Warm-Up, Mood-Runde, Single-Time, SchnellschussÜbung, gemeinsame Probe, Auswertung), sowie die Verteilung von Verantwortlichkeiten
(Stukturverantwortliche, Probenleiterin) fest.

1. Schreibprobe: die Render Ghosts erinnern sich
In einer ersten Schreibaufgabe arbeiten wir an Texten und Textfragmenten, die die Render Ghosts „zum Sprechen bringen“. Als Inspiration dient eine Bilder-Slideshow mit Bildern aus unserem
Bilderpool. Die Perspektive des Schreibens soll die der Render Ghosts aus den Modellen sein, die sich daran erinnern, wie es war, einen Körper zu haben. Die entstandenden Texte versuchen, ungewohnte Perspektiven auf den Körper zu richten, den Körper als etwas nicht selbstverständliches zu beschreiben, oder über Umwege Aussagen über Körper-haben/Nicht-Haben zu treffen.

Fragen: Um was für Körper handelt es sich dabei – wie kann man das weiter spezifizieren? Wie können die Texte weniger „unschuldig“ werden?

FREITAG 1.06.

Single Time :
– Video und Sound-Aufnahmen aus der sich im Entstehen befindenden Hafencity, dabei Gespräch mit zwei Dachdeckern, woraus sich ergibt, dass es von ihrer Seite keine Abneigung gibt, dort und eventuell mit ihnen gemeinsam weitere Aufnahmen zu machen.–> an welchen Tageszeiten ist der Ort interessant? wie kann die Gleichzeitigkeit von Baustelle und fertigem Bau sichtbar werden?
– Wall einrichten, an der wir immer wiederkehrende Gedanken festhalten und Fotos aus der Recherche sammeln; außerdem entstand ein Tisch, auf dem wir Texte sammeln, die wir sowohl lesen, als auch selber produzieren
– erste Versuche mit Ableton
– Entdeckung: Live-Webcam-Übertragungen aus dem urbanen öffentlichen Raum (weltweit)

2. Schreibprobe und Szenenprobe mit Live-Webcam-Videos
Wir nehmen uns einzelne Abschnitte aus der Schreibprobe des vorherigen Tags und erweitern sie.
Diesmal dienten folgende Satzanfänge als Hilfestellung:
Ich beobachtete bei (den anderen)…
Das Problem, das ich habe (mit meinem Körper)…

Darauf folgte eine szenische ProbeAuf die Leinwand wurden Webcam Aufnahmen von öffentlichen Plätzen – u.a. eine Fußgängerzone in den USA, ein Platz den Niederlanden, ein Strand in Thailand – projiziert. Die zuvor geschriebenen Texte sollten nun zur Aufführung kommen, indem sie als Beschreibung dessen was im Video passierte, dienen konnten.

Besprechung (Fragen, Risiko)
Frage taucht auf: wie begeben wir uns in Risiken? Wie können wir unsere Leitfrage dahingehend schärfen? Soll „Wie können wir Normalität unheimlich erscheinen lassen?“ unsere Leitfrage
bleiben?

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