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11 fragen und antworten

1. An wen richtet sich das flausen-Stipendium?

Das Forschungsstipendium von flausen+ richtet sich an Gruppen professioneller Künstler*innen, die eine Idee oder (Forschungs-)Frage innerhalb der darstellenden Künste, aber außerhalb von Produktionslogiken, verfolgen wollen und dafür nur schwer Förderung erhalten können. Die Stipendien sind auf vier Künstler*innen ausgelegt. Dabei steht das Forschungsvorhaben im Vordergrund; teilnehmen können also Regisseur*innen, Choreograf*innen, Videokünstler*innen, Autor*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, Bildende Künstler*innen, etc. Bewerben können sich schon bestehende Gruppen, neue Gruppen oder auch Künstler*innen, die etwas erforschen wollen und sich dazu andere Künstler*innen suchen wollen.

Es gilt keine Altersbeschränkung!

2. Was bietet das Stipendium?

A. Ein Arbeitsaufenthalt von 4 Wochen und für 4 Personen in einem flausen+ Residenztheater. Die Residenzphase wird nach dem Final Choice vereinbart.
Aktuelle Residenzhäuser sind: Theaterlabor Bielefeld, Theater im Ballsaal Bonn, Freies Werkstatt Theater Köln, German Stage Service Marburg, theater wrede + Oldenburg.
B. Ein Forschungshonorar von derzeit 1.400,- Euro pro Person für den kompletten Zeitraum von vier Wochen plus freie Wohnmöglichkeit für 4 (bis max. 5) Personen.
C. Ein Forschungskostenbudget für Materialien (Bühne, Kostüme, Medien) nach Absprache.*
D. Stellung einer professionellen Prozessbegleitung (Mentor*in). Mentor*innen werden von der Jury und den Residenztheatern vorgeschlagen, Bewerber*innen können ebenfalls Vorschläge machen.
E. Dramaturgische, technische, organisatorische Beratung und Begleitung der Arbeit nach Absprache durch das Residenztheater.
F. Ebenfalls stellt das Theater eine Ansprechperson, die die Koordination zwischen den Künstler*innen und dem Residenztheater übernimmt und der Gruppe bei Informationen z.B. über die Stadt (wo bekomme ich was? etc.) hilft.
G. Das Residenztheater übernimmt die Abrechnung, damit die Künstler*innen sich während ihres Stipendiums ausschließlich ihrem Projekt widmen können.
H. Vernetzung mit möglichen zukünftigen Sponsoren, Kulturbüros, Spielstätten und anderen Produktionsförderern.
Anmerkung zu *: Jede Forschungsidee ist für sich zu bewerten und braucht unterschiedliche Prämissen. “Nach Absprache” bedeutet, dass die Stipendiat*innen und das Residenztheater sich zusammensetzen und besprechen, was sinnvoll und notwendig ist, um eine größtmögliche Förderung der Forschungsidee zu gewährleisten.
3. Welche Voraussetzungen müssen Künstler*innen mitbringen?

1. Der*die Antragsteller*in muss den Erstwohnsitz in Deutschland haben.

2.Der professionelle Status aller Beteiligten wird vorausgesetzt und muss nachgewiesen werden. Die Beteiligten müssen mindestens 2 Produktionen oder professionelle Arbeiten nachweisen (Eigenproduktionen oder Mitarbeit).

3. Das Stipendium ist auf 4 Personen ausgelegt, von denen mind. 3 Personen auf der Bühne arbeiten sollen. Eine reine Ein-, Zwei- oder Drei-Personenförderung ist momentan noch nicht vorgesehen. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit auch mehr als 4 Personen zu beteiligen, wenn es das Projekt erfordert und die Stipendiat*innen eigenständig Fördermittel für die zusätzlichen Beteiligten (Unterhaltsgeld in Höhe von momentan 350 Euro p.P./Woche zzgl. gesonderte Unterbringungskosten falls diese anfallen) einwerben.

4. Welche Bewerbungsunterlagen müssen eingereicht werden?

In der ersten Bewerbungsrunde muss nur das Bewerbungsformular von dieser Website ausgefüllt und innerhalb des Ausschreibungszeitrahmens postalisch oder per Mail an uns gesendet werden. Es gilt das Datum der Einsendung, nicht der Poststempel.

Alles Weitere folgt nach der Auswahl einer Vorjury zur zweiten Bewerbungsrunde. Werdet ihr von der Vorjury ausgewählt, erhaltet ihr eine Einladung zum “Final Choice”. Zum „Final Choice“ müsst ihr die Vitae aller Gruppenmitglieder, einen Arbeitsplan für die mögliche Residenz und ggf. Mentor*innen-Wünsche einsenden. Bei dem „Final Choice“ habt ihr Gelegenheit, eure Forschungsidee in Form einer fünfminütigen Präsentation auf der Bühne vorzustellen und anschließend drei Minuten mit der Jury darüber ins Gespräch zu gehen.

5. Wie präsentieren wir gut unsere Forschungsidee?

Eure Forschungsidee sollte klar formuliert sein. Es sollte aus der Bewerbung klar werden, dass ihr ein offenes Forschungsinteresse habt und die Residenz nicht zur Umsetzung einer Produktion nutzen werdet. Neben der Kurzdarstellung der Idee im Bewerbungsbogen ist auch der Umsetzungsgedanke wichtig. Zudem sollte kurz beschrieben werden, warum ihr als Künstler*in bzw. als Gruppe diese Idee so wichtig findet.

Beim „Final Choice“ ist die Art der Präsentation offen: Arbeitsproben können z.B. live oder durch Videos gezeigt werden. Ebenso ist z.B. es möglich, ein Modell zu zeigen, mit dem die Künstler_innen arbeiten wollen.

6. Wie werden die Stipendiat*innen ausgewählt?

1. Eine bundesweite Fachjury, ausgewählt vom flausen+ Bundesnetzwerk, wählt die Künstler*innen aus, die ein Stipendium erhalten. Eine Vorjury (kleinere Gruppe der Hauptjury) wählt zuvor aus den Bewerbungen eine für die Jury handhabbare Anzahl (18 Gruppen) an Bewerbungen aus. Diese erhalten dann als Finalist*innen eine Einladung zu einer kurzen öffentlichen Präsentation im Rahmen der Final Choice-Veranstaltung. Dort ist die Gelegenheit, die Forschungsidee in Form einer fünfminütigen Live-Präsentation auf der Bühne vorzustellen und anschließend drei Minuten mit der Jury darüber ins Gespräch zu gehen.

2. Kriterien für die Jury sind in erster Linie das Wagnis, die Forschungsidee und deren Umsetzungsgedanke; sowie eventuell die gesellschaftliche Relevanz des Themas und die Förderbedürftigkeit der Stipendiat*innen.

3. Die erfolgreichen Bewerber*innen werden im Anschluss benachrichtigt und erfahren das weitere Prozedere (Stipendienvertrag, Finanzrahmen, konkreter Arbeitsplan etc.).

7. Ist die Bewerbung auch auf Englisch möglich?

Ja! Die Bewerbung kann in englischer Sprache verfasst werden.
8. Wie oft kann ich mich bewerben?

So oft du / ihr eine ausgefallene Idee habt. Es ist ebenfalls möglich sich mit derselben Idee erneut zu bewerben. Auch wenn ihr bereits zum „Final Choice“ eingeladen wurdet, ist dies kein Grund, die Idee niederzulegen. Nach der Bewerbung gibt es die Möglichkeit Feedback zu erhalten, das bei einer erneuten Bewerbung zusätzlich helfen kann. Auch wenn ihr bereits bei flausen+ ein Stipendium durchlaufen habt, könnt ihr euch erneut in derselben oder veränderter Konstellation und einem neuen Projekt bewerben.
9. Was wird von uns als Künstler*innen/Gruppe verlangt?
Muss z.B. eine Premiere erarbeitet werden?

A. Das Projekt ist ein Forschungsprojekt. Mit diesem Stipendium soll die Forschung szenischer Künste unabhängig von einem „verkaufbaren“ Ergebnis ermöglicht werden.

B. Während der Residenz gilt Anwesenheitspflicht für alle Beteiligten. Abwesenheiten beschränken sich damit auf die Wochenenden (es gilt eine 5-Tage Woche, wobei die Wochentage in Absprache mit dem Residenztheater unerheblich sind). Weitere Beschäftigungen/ Nebenbeschäftigungen während der Residenzzeit sind ausgeschlossen bzw. nur in Sonderfällen nach Absprache möglich. Um den Lebensunterhalt während der Forschungsresidenz abzusichern, erhalten die Stipendiat*innen das wöchentliche Unterhaltsgeld in Höhe von 350,00 Euro pro Person und Woche.

C. Am Ende der Residenz steht eine öffentliche Veranstaltung, das “Making OFF #”, zu der sich die Künstler*innen verpflichten. Dies ist ein speziell für flausen+ entwickeltes offenes Format, das es den Künstler*innengruppen überlässt, in welcher Form sie dem Publikum Einblicke in ihre Forschungsarbeit aus der Residenz zu sehen geben. Dies kann von szenischen Ausschnitten bis hin zu einem Publikumsgespräch reichen (siehe Mitschnitte bisheriger Making OFFs unter www.flausenblog.de). Es geht darum, Material aus eurer Forschung zu vermitteln und das Publikum angesichts des (zu Teilen) ungewohnten Formats mitzunehmen. Innerhalb dieses Formats gibt es auch die Möglichkeit, Feedback vom Publikum als zusätzliches Forschungsmaterial zu erhalten.

D. Die Künstler*innen verpflichten sich an der Evaluation dergestalt mitzuarbeiten, dass sie dem Residenztheater während des Stipendiums einmal die Woche zu einem Gespräch zur Verfügung stehen und ihr dem Theater die zur Kommunikation mit den Sponsoren und der Öffentlichkeit benötigten Unterlagen und Medien (Fotos, Videos etc.) zur Verfügung stellt. Außerdem muss ein wöchentliches Logbuch, das in Auszügen auf dem flausen-Blog veröffentlicht wird, geführt werden.

E. Die Stipendiat*innen weisen bei Produktionen, die aus der Forschung bei flausen+ heraus entstehen, in der vom Modellprojekt angegebenen Form, auf das Stipendium hin.

F. Sollte eine auf der flausen-Residenz basierende Produktion fertig gestellt werden, erklärt sich die Künstler*innengruppe bereit, das aus der Forschung heraus entstandene Ergebnis in dem Residenztheater nach Absprache und Finanzierungsmöglichkeit aufzuführen.

Anmerkung: Bei Erhalt des Stipendiums wird ein Stipendienvertrag abgeschlossen, der alle Einzelheiten regelt.

10. Wie werden die Residenzzeiträume vergeben?

Die Residenzphasen für das Folgejahr (6 Stipendien in 2019, verteilt auf 5 Residenztheater in Hessen/ Niedersachsen/NRW) werden im Laufe des Bewerbungsverfahrens mit den einzelnen Theatern für das jeweilige Folgejahr geplant. Grundsätzlich liegen die Residenz-Phasen zwischen Januar – April (selten) und Mai – September (häufig). Einen Überblick über alle vergangenen Phasen gibt es hier: http://www.theaterwrede.de/flausen/category/stipendiaten/archiv/)

Die Planungen mit den Residenztheatern werden so frühzeitig wie möglich für das Folgejahr vorgenommen, um diese den Stipendiat*innen schnellst möglichst bekannt zu geben.

Grundsätzlich geben die Theater Residenzphasen für ihre Häuser vor, da sie ihre Theaterhalle vier Wochen zur Verfügung stellen und dies in ihre hauseigene Programmplanung integrieren müssen. Die Stipendiat*innen können demnach keine Phasen diktieren, aber Wünsche sowohl bezüglich der Phasen/ des Bundeslandes/ des Residenzhauses etc. nennen. Die endgültige Verteilung der Stipendiat*innengruppen auf die Residenzhäuser/Phasen erfolgt dann in Rücksprache mit den Gruppen und einzelnen Häusern. Dabei werden möglichst viele Wünsche und Anforderungen aller Stipendiat*innengruppen in Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Phasen berücksichtigt.

11. Dürfen Mittel von dritter Seite in das Projekt einfließen?

Generell: Nein, da dieses ein Forschungsprojekt und keine Produktionsförderung ist. Wie immer im Leben gibt es auch hier ein “aber”: Wenn es DIE IDEE zwingend erfordert, kann sich nach Absprache und mit der Unterstützung des Residenztheaters um weitere Geldgeber bemüht werden, auch um beispielsweise mehr als vier Beteiligte an dem Projekt teilhaben zu lassen.

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