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10 fragen und antworten

1. An wen richtet sich das flausen-Stipendium?

Professionelle Künstler_innen (Regisseur_innen, Choreograf_innen, Videokünstler_innen, Autor_innen, Musiker_innen, Schauspieler_innen, Bildende Künstler_innen, etc.) erhalten aufgrund einer von ihnen entwickelten Idee, die dem Wagnis und Experiment verpflichtet ist, ein Forschungsstipendium, um gemeinsam im Residenztheater (theater wrede + Oldenburg, German Stage Service Marburg, Freies Werkstatt theater Köln, Theaterlabor Bielefeld, Theater im Ballsaal Bonn) ihre Ideen zu erforschen, zu verwirklichen und vorzustellen. Dies können neue Gruppen, schon bestehende Gruppen oder auch Künstler_innen, die etwas erforschen wollen und sich dazu andere Künstler_innen suchen wollen, sein.

Anmerkung: Dieses Stipendium wendet sich an darstellende Künstler_innen. Im Mittelpunkt des Vorhabens soll immer eine Form der darstellenden Kunst stehen.

2. Welche Voraussetzungen müssen Künstler_innen mitbringen?

1. Ein professioneller Status aller Beteiligten wird vorausgesetzt und muss nachgewiesen werden. Die Beteiligten müssen mindestens 2 Produktionen oder professionelle Arbeiten nachweisen (eigene oder in denen sie mitgearbeitet haben).
2.  Neu: Das Stipendium richtet sich an Künstler_innen ohne Altersbeschränkung.
3. Das Stipendium ist auf 4 Personen ausgelegt, von denen mind. 3 Personen auf der Bühne arbeiten sollen. Eine reine Ein-, Zwei- oder Drei-Personenförderung ist momentan noch nicht vorgesehen. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit auch mehr als 4 Personen zu beteiligen, wenn es das Projekt erfordert und die Stipendiat*innen eigenständig Fördermittel für die zusätzlichen Beteiligten (Unterhaltsgeld in Höhe von momentan 350 Euro p.P./Woche zzgl gesonderte Unterbringungskosten falls diese anfallen) einwerben.
4. Der_die Antragsteller_in muss den Erstwohnsitz in Deutschland haben.
3. Welche Bewerbungsunterlagen müssen eingereicht werden?

Für die erste Bewerbungsrunde bedarf es nur das ausgefüllte und abgeschickte Bewerbungsformular auf dieser Website. Alles Weitere folgt nach der Auswahl zur zweiten Bewerbungsrunde.
Werdet ihr ausgewählt, erhaltet ihr eine Einladung zum “Final Choice”. Dort habt ihr Gelegenheit eure Forschungsidee in Form einer fünfminütigen Live-Präsentation auch auf der Bühne vorzustellen und anschließend drei Minuten mit der Jury darüber ins Gespräch zu gehen.

Anmerkung: Neben der Kurzdarstellung der Idee ist auch der Umsetzungsgedanke wichtig. Auch sollte kurz beschrieben werden, warum ihr als Künstler_in bzw. als Gruppe diese Idee so wichtig findet.

4. Ist die Bewerbung auch auf Englisch möglich?

Ja! Die Bewerbung kann in englischer Sprache verfasst werden.
5. Wie oft kann ich mich bewerben?

So oft du / ihr eine ausgefallene Idee habt. Es ist ebenfalls möglich sich mit derselben Idee erneut zu bewerben, auch wenn ihr bereits zum Final Choice eingeladen wurdet, ist dies kein Grund die Idee niederzulegen. Auch wenn ihr bereits bei flausen ein Stipendium durchlaufen habt, könnt ihr euch erneut in derselben oder veränderter Konstellation und einem neuen Projekt bewerben.
6. Was bietet das Stipendium?

1. Ein Arbeitsaufenthalt im Residenztheater (theater wrede + Oldenburg, German Stage Service Marburg, Freies Werkstatt theater Köln, Theaterlabor Bielefeld, Theater im Ballsaal Bonn) für 4 Wochen und für 4 Personen, in der nach dem Final Choice vereinbarten Residenzphase.
2. Ein Forschungshonorar von derzeit 1.400,- Euro pro Person für den kompletten Zeitraum von vier Wochen plus freie Wohnmöglichkeit für 4 (bis max. 5) Personen.
3. Ein Forschungskostenbudget* für Materialien (Bühne, Kostüme, Medien) nach Absprache.**
4. Stellung professionelle_r Prozessbegleiter_in (Mentor_in). Mentor_innen werden von der Jury und den Residenztheatern vorgeschlagen.
5. Dramaturgische, technische, organisatorische Beratung und Begleitung der Arbeit nach Absprache durch das Residenztheater.
6. Ebenfalls stellt das Theater eine Ansprechperson, die die Koordination zwischen den Künstler_innen und dem Residenztheater übernimmt und der Gruppe bei Informationen z.B. über die Stadt (wo bekomme ich was? etc.) hilft.
7. Das Residenztheater übernimmt die Abrechnung, damit die Künstler_innen sich während ihres Stipendiums ausschließlich ihrem Projekt widmen können.
8. Vernetzung mit möglichen zukünftigen Sponsoren, Kulturbüros, Spielstätten und anderen Produktionsförderern.

Anmerkung zu*: Stand Dezember 2016.
Anmerkung zu**: Jede Forschungsidee ist für sich zu bewerten und braucht unterschiedliche Prämissen. “Nach Absprache” heißt, dass die Stipendiat_innen und das Theater sich zusammensetzen und besprechen, was sinnvoll und notwendig ist, um eine größtmögliche Förderung der Forschungsidee zu gewährleisten.

7. Was wird von uns als Künstler_innen / Gruppe verlangt, muss ich z.B. eine Premiere erarbeiten?

1. Das Projekt ist ein Forschungsprojekt. Mit diesem Stipendium soll die Forschung szenischer Künste unabhängig von einem verkaufbaren Ergebnis ermöglicht werden.
2. Am Ende der Residenz steht eine öffentliche Veranstaltung, das “Making OFF #”, zu der sich die Künstler_innen verpflichten. Dies ist ein speziell für flausen entwickeltes offenes Format, das es den Künstler_innengruppen überlässt, in welcher Form sie dem Publikum Einblicke in ihre Forschungsarbeit aus der Residenz zu sehen geben. Dies kann von szenischen Ausschnitten bis hin zu einem Publikumsgespräch reichen (siehe Mitschnitte bisheriger Making OFFs unter www.flausenblog.de).Wichtig ist es nur, die Zuschauer_innen angesichts des ungewohnten Formats mitzunehmen und ihnen mitzuteilen,was es in welcher Form zu sehen geben wird.
3. Die Gruppe verpflichtet sich, einer interessierten Öffentlichkeit und Fachpublikum ihre Forschungsarbeit in dem Residenztheater vorzustellen.
4. Die Künstler_innen verpflichtet sich an der Evaluation dergestalt mitzuarbeiten, dass ihr dem Residenztheater während des Stipendiums einmal die Woche zu einem Gespräch zur Verfügung steht und ihr dem Theater die zur Kommunikation mit den Sponsoren und der Öffentlichkeit benötigten Unterlagen und Medien (Fotos, Videos etc.) zur Verfügung stellt. Außerdem muss ein wöchentliches Logbuch, das in Auszügen auf dem flausenblog veröffentlicht wird, geführt werden.
5. Die Stipendiat_innen weisen bei Produktionen, die aus der Forschung bei flausen heraus entstehen, in der vom Modellprojekt angegebenen Form, auf das Stipendium hin.
6. Sollte eine der flausen-Residenz basierende Produktion fertig gestellt werden, erklärt sich die Künstler_innengruppe bereit, das aus der Forschung heraus entstandene Ergebnis in dem Residenztheater nach Absprache und Finanzierungsmöglichkeit aufzuführen.
Anmerkung: Bei Erhalt des Stipendiums wird ein Stipendienvertrag abgeschlossen, der alle Einzelheiten regelt.
8. Wie werden die Stipendiat_innen ausgewählt?

1. Eine Jury aus Künstler_innen verschiedener Sparten, Sponsoren und Kunstvermittler_innen wählen die Künstler_innen aus, die ein Stipendium erhalten. Eine Vorjury (kleinere Gruppe der Hauptjury) wählt aus den Bewerbungen eine für die Endjury handhabbare Anzahl (18 Gruppen) an Bewerber_innen aus. Diese erhalten dann als Finalist_innen eine Einladung zu einer kurzen öffentlichen Präsentation im Rahmen der Final Choice-Veranstaltung. Dort ist die Gelegenheit die Forschungsidee in Form einer fünfminütigen Live-Präsentation auch auf der Bühne vorzustellen und anschließend drei Minuten mit der Jury darüber ins Gespräch zu gehen.
2. Die Kriterien sind in erster Linie das Wagnis, die Forschungsidee, und deren Umsetzungsgedanke, sowie eventuell die gesellschaftliche Relevanz des Themas und die Förderbedürftigkeit der Stipendiat_innen.
3. Die erfolgreichen Bewerber_innen werden dann vom theater wrede + benachrichtigt und erfahren das weitere Prozedere (Stipendienvertrag, Finanzrahmen, konkreter Arbeitsplan etc.).
Anmerkung: Beim Final Choice # ist die Art der Präsentation offen: Arbeitsproben können z.B. live oder durch Videos gezeigt werden. Es ist aber beispielsweise auch möglich ein Installationsmodell, mit dem die Künstler_innen arbeiten wollen, zu zeigen.
9. Wie werden die Residenzphasen vergeben?

Die Residenzphasen für das Folgejahr (6 Stipendien in 2018, verteilt auf 5 Residenztheater in Nds./He/NRW) werden im Laufe des Bewerbungsverfahrens mit den einzelnen Theatern für das jeweilige Folgejahr geplant. Grundsätzlich liegen die sechs- sieben Phasen zwischen Januar – April (selten) und Mai – September (häufig). (Einen Überblick über alle vergangenen Phasen gibt es hier: http://www.theaterwrede.de/flausen/category/stipendiaten/archiv/)

Die Planungen mit den Residenztheatern werden so frühzeitig wie möglich für das Folgejahr vorgenommen, um diese den Bewerber*innen/Finalist*innen noch im Laufe des Bewerbungsverfahrens bekannt zu geben.

Grundsätzlich geben die Theater Residenzphasen für ihre Häuser vor, denn sie müssen die Theaterhalle vier Wochen zur Verfügung stellen und dies in ihre hauseigene Programmplanung integrieren. Die Stipendiat*innen können demnach keine Phasen diktieren, aber Wünsche sowohl bezüglich der Phasen/ des Bundeslandes/ des Residenzhauses etc. nennen. Die endgültige Verteilung der Stipendiat*innengruppen auf die Residenzhäuser/Phasen erfolgt dann in Rücksprache mit den Gruppen und einzelnen Häusern. Dabei werden möglichst viele Wünsche und Anforderungen aller Stipendiat*innengruppen in Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Phasen berücksichtigt.

10. Dürfen Mittel von dritter Seite in das Projekt einfließen?

Generell: Nein, da dieses ein Forschungsprojekt und keine Produktionsförderung ist. Wie immer im Leben gibt es auch hier ein “aber”: Wenn es DIE IDEE zwingend erfordert, kann sich nach Absprache und mit der Unterstützung des Residenztheaters um weitere Geldgeber bemüht werden, auch um beispielsweise mehr als vier Beteiligte in das Projekt zu integrieren.
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